Simon
Gold-Simi gewinnt in Lillehammer und damit auch den Gesamtweltcup

Die Schweiz jubelt - heute ist ein historischer Tag für den Schweizer Sport. Nach Carlo Janka nimmt auch Simon Ammann die grosse Kristallkugel mit nach Hause. Gold-Simi ist der erste Schweizer Skispringer, dem dieser Erfolg gelingt.

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Lillehammer - Simon Ammann

Lillehammer - Simon Ammann

Keystone

Er gab sich nicht mit dem 14. Platz zufrieden. Das hätte auch nicht zu Simon Ammann gepasst. Er gewinnt das Skispringen im norwegischen Lillehammer und damit auch als erster Schweizer den Gesamtweltcup im Skispringen.

Mit dem 16. Weltcuperfolg seiner Karriere legte der Olympiasieger in Lillehammer (No) so viele Punkte vor, dass er bereits vor dem abschliessenden Wettkampf am Sonntag am Holmenkollen in Oslo nicht mehr eingeholt werden kann. Bevor sein neuester Erfolg feststand, musste Ammann ein klein wenig zittern. Bei Halbzeit führte in Lillehammer Adam Malysz. Doch dem Polen misslang im Final die Bestätigung. Malysz rutschte noch auf den 3. Platz ab. Ammann hingegen gefiel erneut mit Beständigkeit. Mit dem 14. Platz hätte es ihm schon gereicht, die Kristallkugel sicherzustellen. Mit seinem Sieg zeigte Ammann erneut auf, welche Ausnahme-Erscheinung er im Lager der Springer ist.

In Lillehammer, dem Olympia-Ort von 1994, hatte Ammans unvergleichlicher Winter seinen Anfang genommen. Nach zwei 12. Plätzen zum Auftakt in Kuusamo (Fi) und in Lillehammer feierte der Toggenburger am 6. Dezember seinen ersten Vollerfolg dieses Winters. Es folgte eine Serie, die ihresgleichen sucht. Schlechter als im 5. Rang war Ammann nie klassiert. Dies trug ihm den Vorteil gegenüber Gregor Schlierenzauer ein, seinem hartnäckigsten Gegner. Der Österreicher verzichtete auf die beiden Wettkämpfe in Sapporo (Jap) am 16./17. Januar. Ammann seinerseits passte am 6. Februar in Willingen (De), um besser für die Winterspiele gerüstet zu sein.

Im vergangenen Winter hatte Ammann den Weltcup als Zweiter mit lediglich 19 Punkten Rückstand auf Schlierenzauer beendet und damit Walter Steiner egalisiert, der 1974 und 1977 ebenfalls Weltcup-Zweiter geworden war. Nun entschied der Toggenburger als erster Schweizer die in diesem Winter aus 24 Springen bestehende Serie für sich. Unter den Springern geniesst der Gewinn des Gesamt-Weltcups grosse Anerkennung, weil er die Leistungskonstanz im Verlaufe des ganzen Winters widerspiegelt.

Andreas Küttel zeigte einen enttäuschenden Wettkampf: Der Einsiedler verpatzte seinen Sprung komplett und verpasste als 48. den Finaldurchgang mehr als deutlich.

Lillehammer (No). Weltcup-Skispringen (Grossschanze). Schlussklassement: 1. Simon Ammann (Sz) 274,5 (135/133,5). 2. Gregor Schlierenzauer (Ö) 271,4 (132,5/132). 3. Adam Malysz (Pol) 265,9 (135,5/127,5). 4. David Zauner (Ö) 252,7 (130,5/130). 5. Thomas Morgenstern (Ö) 251,8 (129/130,5). 6. Andreas Kofler (Ö) 241,2 (122/133). Ferner: 48. Andreas Küttel (Sz) 79,3 (108,5).

Feucht-fröhliche Vorfeier

Es ist seine Saison und er ist in Top-Form. Und dies, obwohl ihn die finnische Zeitung «Savon Sanomat» beim feucht-fröhlichen Feiern erwischte. Er, Andreas Küttel und andere hätten ein Konzert besucht und seien danach noch weitergezogen. Gold-Simi hat gegenüber der Zeitung seinen Eintaucher ins Nachtleben bestätigt. (skh)

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