von Roman Schenkel

Die Fahrer lassen die Motoren ihrer Motocrossmaschinen aufheulen und düsen laut knatternd über die Rennstrecke. Es riecht nach Benzin, Motorenöl und gegrillten Cervelats. Im Fahrerlager scharen sich Gruppen von Männern und Kindern in schwarzen und roten Lederkombis um die Motorräder. Sie fachsimpeln über die richtige Reifenwahl und deren optimale Erwärmung. Damit die Motorräder im Rennen in den Kurven den richtigen Grip - also den richtigen Halt - haben, werden sie vor dem Start vorgewärmt.

Das Supermoto auf dem Militärgelände in Bettwil ist in vollem Gange. Drei Tage lang gehört die ehemalige Raketenbasis ganz den Motorradfans. Annähernd 200 Fahrer duellieren sich in verschiedenen Kategorien auf einer anspruchsvollen Rennstrecke. «Supermoto ist eine Mischung aus Strassen- und Motocrossrennen», erklärt der OK-Präsident Kurt Jöri. Der Parcours besteht zum grössten Teil aus einer asphaltierten Strasse, er beinhaltet aber auch einen Schotterabschnitt mit Sprüngen und zahlreichen Wellen.

Während auf dem Strassenabschnitt die Fahrer mit hohen Tempi vorbeidüsen, fordert eben dieser Schotterabschnitt höchste Konzentration und Geschicklichkeit. Mit weiten Sätzen fliegen die Fahrer über die Sprünge. Um sich für die heutigen Finalläufe zu qualifizieren, gehen die Fahrer ans Limit- einige auch darüber. Helfer und Sanität sind aber schnell zur Stelle und das Rennen geht auch für die Gestürzten weiter. Die meisten Zuschauer sind aber vermutlich froh, nicht selbst auf einer solchen Rennmaschine zu hocken.

Dass jetzt auf dieser Strecke tatsächlich Motorräder ihre Runden drehen, lässt die Augen des OK-Präsidenten leuchten. «Ich habe manchmal gar nicht mehr daran geglaubt, dass hier oben ein Supermoto-Rennen stattfinden kann», so Jöri. Aufgrund zweier Beschwerden dauerte es drei Jahre und mehrere Gerichtsurteile, bis das Supermoto dieses Jahr zum ersten Mal stattfinden konnte. Das Organisationskomitee, Bettwil und auch die Rennfahrer seien «happy», dass es nun so weit ist. «Wenn man etwas unbedingt will, lohnt es sich, hartnäckig zu sein und dafür zu kämpfen», sagt Jöri.