«Fussballschule Ivan Rakitic» - der Titel des Zeitungsinserates tönt vielversprechend. Und auch was weiter im Inserat steht, wird fussballbegeisterten Kindern und Eltern gefallen: «Bist du Profi oder willst du es werden? Dann komm vorbei!» Nebenbei sind Trainingszeit und Trainingsort und eine Natelnummer angegeben. Ein Name oder eine Kontaktadresse fehlen. Wer also steckt hinter dem Inserat?

«Unglücklich» sei das Inserat, gibt Hellmuth Neukom, Juniorenobmann des Möhliner Fussballvereins NK Dinamo, zu. Das Inserat sei so vom Vorstand des Vereins aufgegeben worden. «Eigentlich müsste im Inserat klar stehen, dass wir dieses Inserat geschalten haben, um Junioren zu finden», erklärt Hellmuth Neukom.

NK Dinamo ist seit einiger Zeit auf der Suche nach Junioren für eine neue Juniorenbewegung in Möhlin. Dass der Verein dies mit dem Namen von Ivan Rakitic tut, verwundert, hatte dieser seine Karriere doch vor 17 Jahren beim Konkurrenten FC Möhlin-Riburg/ACLI gestartet, bevor er nach drei Jahren zum FC Basel wechselte. «Mir wäre nicht bekannt, dass wir Ansprüche auf Ivan Rakitic geltend machen könnten. Aber dass Kinder mit ‹Lockvogel›-Inseraten angeworben werden, betrachte ich skeptisch», sagt Thomas Metzger, Präsident vom FC Möhlin-Riburg/ACLI.

Überhaupt sind die beiden Möhliner Fussballklubs nicht gut aufeinander zu sprechen. Erst im Mai hatte der FC Möhlin-Riburg/ACLI Hellmuth Neukom von seinen Ämtern im Verein freigestellt. Wenig später wechselte dieser zu NK Dinamo - und nahm gleich einen Grossteil seiner B-Junioren-Mannschaft mit. In der Folge entbrannte ein Streit über die Höhe der Ausbildungsentschädigung, die NK Dinamo für die Möhliner Junioren zahlen musste.

Neukom versteht die Skepsis des FC Möhlin-Riburg/ACLI: «Es ist klar, dass wir ihnen wehtun. Aber der Verein trauert jetzt Versäumnissen von früher nach. Denn ich bin überzeugt, dass sich Ivan auch für den FC Möhlin-Riburg/ ACLI eingesetzt hätte.»

Thomas Metzger sieht das Ganze lockerer: «Ein Profi wird sich bestimmt nicht melden auf das Inserat, und ob sie einen ausbilden können, ist eine andere Frage», zweifelt Metzger. «Es ist aber sicher ein gutes Sujet für die nächste Fasnacht in Möhlin», sagt er schmunzelnd. (nbo)