Schweigeminute
Forfait an der WM: Die grosse Geste des trauernden spanischen Schwimmers

Nach schrecklichen Ereignissen ist es bei Sportveranstaltungen meist üblich, eine Schweigeminute einzulegen. Weltweit gedachten in diesen Tagen Sportler den Terror-Opfern von Barcelona – nicht aber in Ungarn. An der Senioren-Weltmeisterschaften der Schwimmer wird die Schweigeminute nicht erlaubt. Darauf setzt ein Schwimmer aber ein starkes Zeichen.

Elia Diehl
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Ein seltsames Bild bot sich an der Senioren-WM in Budapest. Zehn Schwimmer stehen auf ihren Startblöcken, doch nach dem Startsignal stürzen sich nur neun ins Wasser. Der Spanier Fernando Alvarez indes richtet sich auf und bleibt kerzengerade stehen – aus Protest und Trauer.

Fernando Alvarez

Fernando Alvarez

facebook/Club Natacion Cadiz

Nach dem Terroranschlag von Barcelona wurde bei vielen – nicht nur internationalen – Sportveranstaltungen mit einer Schweigeminute den Opfern gedacht. Nicht aber in Ungarn. Die Organisatoren der Weltmeisterschaft lehnten Alvarez Bitte ab – um der Takt der Wettkämpfe nicht zu verändern.

Zum Missfallen des Spanier, der mit einer besonderen Geste reagierte: Anstatt in der Altersklasse 70 bis 74 Jahre über 200 Meter Brust um Medaillen zu schwimmen, hielt Alvarez auf dem Startblock eine Schweigeminute – alleine.

In der Wertung des WM-Rennens erscheint der Spanier somit gar nicht. Doch seine Aktion hat eine viel weitreichendere Symbolkraft und Ausstrahlung als ein Wettkampfergebnis. Sein selbstloses Zeichen der Anteilnahme und des Respekts wird in der Öffentlichkeit goutiert, das von seinem Schwimm-Verein "Club Natacio Cadiz" gepostete Video geht in den sozialen Medien viral.