Fink will Rasen heizen

Fink will Rasen heizen

Fussballplatz Schnee

Fussballplatz Schnee

In der Region Basel gibt es keine beheizten Trainingsplätze für die Fussballer. Für FCB-Trainer Thorsten Fink ist das einer Profi-Mannschaft unwürdig.

Birgit Günter

Für Schnee-Liebhaber bieten die Rasenplätze in der Region derzeit ein hübsches Bild. Die Fussballer aber hätten es gern ein bisschen grüner - allen voran die Spieler des FC Basel. «Ein beheizter Rasen gehört zu einer Mannschaft im Profibereich», forderte Trainer Thorsten Fink vor ein paar Tagen beim Trainingsauftakt des FCB.
Unterstützt wird Fink von Adrian Knup. «Ein beheizbarer Rasen wäre viel optimaler», hält der ehemalige Nationalspieler und heutige FCB-Verwaltungsrat fest. Fink kenne das natürlich von der deutschen Bundesliga her, in der praktisch jeder Klub ein Feld mit Rasenheizung habe. «Zwar kann man jetzt einwenden, dass eine Rasenheizung nur eine kurze Zeit pro Jahr notwendig ist», räumt er ein. Aber: Diese Zeit, meist im Januar, fällt ausgerechnet in die wichtige Vorbereitungsphase für die Rückrunde. «Das darf man nicht unterschätzen», so Knup.

Ein Knackpunkt: die Kosten

Trotzdem sieht es vorläufig nicht so aus, dass der Wunsch von Trainer Fink in den nächsten Jahren Wirklichkeit wird. Ein Knackpunkt: die Kosten. Zuerst müssten die Heizschlangen in den Boden gebracht und darauf ein neuer Rasen verlegt werden. Der Bau einer solchen Rasenheizung wird auf rund 800000 Franken geschätzt.
Der grösste Kostenpunkt wäre aber der Unterhalt. Ein Fussballfeld misst rund 7500 Quadratmeter - eine solche Fläche auf die Betriebstemperatur von zehn Grad zu erwärmen, braucht einiges an Energie. «Kommt dazu, dass im Freien die Wärme ja noch ständig weggeblasen wird», gibt Eric Hardman, Leiter Betrieb Anlagen im Basler Sportamt, zu bedenken.
Wenn schon, dann gehöre ein beheizter Rasen aus ökologischen Gründen nur in ein Stadion, in dem im Unterschied zum freien Feld ein gewisser Windschutz besteht, findet Hardman. In der Bundesliga hat jedes Stadion die Pflicht, eine solche Heizung einzubauen - in der Schweiz hingegen besitzen nur einzelne Stadien wie der St. Jakobs-Park eine solche Anlage.

Dass Basel-Stadt die Kosten für eine Heizung übernimmt, hält Hardman für sehr unwahrscheinlich. Basel-Stadt, respektive dem Sportamt, gehören nämlich die Plätze beim Joggeli und auf der Schützenmatte, auf welchen der FCB trainiert. «Wenn der FCB das will, muss er das übernehmen», schätzt Hardman.

Neben den Kosten und der fragwürdigen ökologischen Bilanz kennt er weitere Knackpunkte. So liegen die Trainingsfelder beim Joggeli in einer Grundwasserschutzzone, weswegen eine Heizung zusätzlich in ein Vlies eingepackt werden müsste. «Technisch machbar, aber noch teurer», so Hardman. Ausserdem brauche jeder Rasen seine Ruhephase. Erhält er wegen der Erwärmung keine im Winter, höre er später im Jahr plötzlich einmal auf zu wachsen. «Passiert das dann mitten in der Saison, ist das dümmer.»

Rasen wie Flugzeug behandeln

Unglücklich ist, dass bei Minus-Temperaturen nicht nur die Naturrasen unbespielbar sind, sondern dass überraschenderweise auch das Kunstrasenfeld beim Joggeli einfriert. Darunter leiden auch viele Hobby-Fussballer (die bz berichtete). Hier prüft man ein Enteisungsmittel, wie das bei Flugzeugen angewandt wird. «Aber bei allem müssen wir auch immer eine Kosten-Nutzen-Rechnung machen», sagt Hardman. Und: «Elf Monate im Jahr funktioniert es ja», plädiert er für Verständnis.

Noch direkter drückt sich Philipp Schoch, der Präsident Baselbieter Grünen, aus: «Beheizte Fussballfelder, was soll das?», fragt er. «Die sollen Schneeschuhlaufen gehen. Das gäbe erst noch ein wenig Abwechslung in ihr Training.»

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