Feierabend von 13 auf 6 - Slalom-Titel an Maria Riesch

Denise Feierabend

Denise Feierabend

Die beste Slalom-Fahrerin der laufenden Saison ist Weltmeisterin. Maria Riesch gewann die hochdramatische Prüfung vor Titelverteidigerin Sarka Zahrobska und Tanja Poutiainen.

Denise Feierabend, die jüngste der vier Schweizer Starterinnen, wurde ausgezeichnete Sechste. Die Selektionsauflagen hatte Feierabend nicht erfüllt, und in den letzten fünf Weltcup-Slaloms hatte sie stets die Qualifikation für den zweiten Lauf verpasst. Von Unsicherheit war bei der WM-Debütantin indessen nichts zu spüren. Die Engelbergerin zeigte zwei couragierte Fahrten und wurde mit dem besten Ergebnis ihrer noch jungen Karriere und der Teilnahme an der abendlichen Siegerehrung belohnt. In ihrem Weltcup-Palmarès steht der 13. Rang vom Saisonbeginn in Levi (Fi) zuoberst.

Aline Bonjour und Sandra Gini, die nominell stärksten Schweizer Slalom-Spezialistinnen, zeigten nach verkrampften Auftritten im ersten Lauf am Nachmittag die erhoffte Reaktion. Im Schlussklassement schlug sich die Steigerung von je sechs Rängen nieder; die Waadtländerin schaffte als Zehnte noch den Sprung in die Top Ten, derweil für die ältere Schwester von Marc Gini, in diesem Winter die mit Abstand konstanteste Schweizer Slalom-Fahrerin, Platz 16 gleichwohl eine Enttäuschung darstellt. Den umgekehrten Weg ging Rabea Grand. Die Walliserin, nach halbem Pensum als Elfte bestklassierte Schweizerin, rutschte in der Endabrechnung auf Platz 14 ab.

Nach vier Siegen im Weltcup ist Maria Riesch die "logische" Slalom-Weltmeisterin. Nach dem ersten Durchgang, in dem es der Bayerin mit 63 Hundertsteln Rückstand nur zu Rang 6 reichte, hatte es allerdings nicht nach dem Gold-Gewinn ausgesehen. Im Finale kehrte Maria Riesch aber die Meisterin heraus, fuhr Bestzeit und sicherte sich endlich die erste Medaille bei "grossen" Titelkämpfen.

Mit der Silbermedaille komplettierte Sarka Zahrobska ihren Satz an WM-Medaillen; zwei Jahre vor ihrem Titelgewinn in Are war die Tschechin in Santa Caterina Dritte geworden. Tanja Poutiainen verpasste es zwar erneut, als erste Finnin Alpin-Weltmeisterin zu werden. Mit der zweiten Bronzemedaille in Val d'Isère nach jener im Riesenslalom wird sie indes hoch zufrieden sein, zumal sie nach dem ersten Lauf lediglich an 9. Stelle gelegen hatte und ihr Vorsprung auf die viertplatzierte Denise Karbon lediglich ein Hundertstel betrug.

Die tragischen Figuren waren Manuela Mölgg und Lindsey Vonn. Die Italienerin und die Amerikanerin schieden als Erste und Zweite des ersten Durchgangs aus. Manuela Mölgg hatte vor ihrem Out bei der letzten Zwischenzeit noch drei Zehntel vor Maria Riesch gelegen.

Die grossen Geschlagenen waren die Österreicherinnen. Vom Quartett des ÖSV schaffte es keine in den zweiten Durchgang. Kathrin Zettel, nach der verletzungsbedingten Absenz von "Miss Slalom" Marlies Schild und Nicole Hosp die grösste Medaillenhoffnung, und Michaela Kirchgasser schieden aus. Elisabeth Görgl und Anna Fenninger waren für die Teilnahme im Finale zu langsam.

WM-Slalom in Val d'Isère. Schlussklassement: 1. Maria Riesch (De) 1:51,80. 2. Sarka Zahrobska (Tsch) 0,77 zurück. 3. Tanja Poutiainen (Fi) 1,09. 4. Denise Karbon (It) 1,10. 5. Nicole Gius (It) 1,13. 6. Denise Feierabend (Sz) 1,69. 7. Ana Jelusic (Kro) 1,87. 8. Fanny Chmelar (De) 1,96. 9. Anja Pärson (Sd) 1,98. 10. Aline Bonjour (Sz) 2,04.

11. Sanni Leinonen (Fi) 2,24. 12. Anna Goodman (Ka) 2,47. 13. Nastasia Noens (Fr) 2,49. 14. Rabea Grand (Sz) 2,64. 15. Frida Hansdotter (Sd) 2,68. 16. Sandra Gini (Sz) 3,00. Ferner: 20. Marina Nigg (Lie) 4,66.

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