FCZ: Der Abschied vom Europacup

Higuain jubelt, Johnny Leoni bleibt das Nachsehen.

Higuain

Higuain jubelt, Johnny Leoni bleibt das Nachsehen.

Durch einen Treffer von Higuain (21.) besiegte Real Madrid einen mutlosen FC Zürich mit 1:0. Nach dem 1:1 zwischen Milan und Marseille steht fest, dass die Zürcher im Frühjahr nicht mehr «europäisch» spielen.

Markus Brütsch

Es ist selten ein gutes Zeichen für eine Leistung, wenn nach einer Niederlage gesagt werden muss, das Resultat sei noch das Beste gewesen. Dies aber traf gestern Abend auf den Auftritt des FC Zürich im Bernabeu von Madrid zu. Hier, wo er vor mehr als 35 Jahren im Halbfinal des Meistercups ein halbes Dutzend einkassiert hatte, setzte es beim zweiten Besuch dieser sagenhaften Spielstätte «nur» eine 0:1- Niederlage ab. Ein ehrenvolles Ergebnis, wenn man bedenkt, dass hier die mit neun Titeln erfolgreichste Mannschaft dieses Wettbewerbs zu Hause ist. Die überdies auch aktuell die Rangliste der spanischen Liga anführt und daher gewiss auf einem ansprechenden Formstand sein muss.

Einseitige Partie

Das knappe Ergebnis täuscht aber jene, die im Stadion waren oder vor dem Fernseher sassen, nicht darüber hinweg, dass die Partie der «Merengues» gegen den Tabellenachten der Super League eine ziemlich einseitige war und der Beobachter das Gefühl hatte, es seien eigentlich nur die Madrilenen am Ball gewesen. Weil diese aber zu verspielt waren, zu wenig Entschlossenheit im Spiel nach vorne offenbarten und mit der 1:0- Führung ganz zufrieden schienen, wurde es für den Schweizer Meister vor dem eigenen Tor weniger oft ungemütlich, als es zu befürchten gewesen war.

So blieb es statistisch gesehen bei dem, was sich nach 21 Minuten zugetragen hatte. Nach einem missglückten Tackling des im zentralen Mittelfeld neben Aegerter eingesetzten Rochat und einem taktischen Fehler von Rechtsverteidiger Stahel hatte Kaka mit einem superben Pässchen Higuain lanciert und dem Argentinier den Treffer des Tages ermöglicht. Sonst aber hielten sich die Aufreger für Goalie Leoni in Grenzen. Ein Pfostenschuss von Marcelo (35.), ein Distanzschuss von Xabi Alonso und eine Direktabnahme des eingewechselten Van der Vaart waren die Momente, die das ansonsten mässig spannende Geschehen aufpeppten. Auch die Comebacks von Ronaldo bei Real und Vonlanthen beim FCZ nach mehrwöchiger Verletzungspausen brachten mit Ausnahme einer Ronaldo-Chance kurz vor Schluss nicht die erhofften Effekte.

Selbst wenn der FCZ am 8.Dezember in seinem für längere Zeit letzten Champions League Spiel gegen Milan noch die Chance hat, wie im San Siro für einen Exploit zu sorgen, so wurde gestern bei seinem fünften Auftritt deutlich: Die Königsklasse ist eine Nummer zu gross für ihn, der Sieg in Milan war wohl wie ein Sechser im Lotto. Dies ist eine Erkenntnis, keine Schande. Zumal wenn er das Unglück im Glück hat, auf Gegner wie Real, Milan und Marseille zu treffen. Gestern aber spielte der FCZ im «neuen» 4-4-2 zu mutlos und hatte keine einzige Torchance. Dass er nach dem 1:1 zwischen Milan und Marseille nun ausgeschieden ist und zuletzt gegen Milan nicht einmal mehr um den Platz in der Europa League kämpft, ist daher nicht verwunderlich.

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