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FCB hat keine Angst vor Cluj

Zum dritten Mal misst sich der FC Basel in der Champions League mit den besten Klubs Europas. Ein Startsieg in Cluj könnte die Euphorie richtig entfachen.

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FCB wähnt sich auf Augenhöhe

FCB wähnt sich auf Augenhöhe

Markus Brütsch, cluj-Napoca

Bernhard Heusler meint nicht die Temperatur in Cluj-Napoca, wenn er sagt: «Es ist nicht besonders heiss.» In Cluj nämlich ist es ziemlich heiss, als der FC Basel um die Mittagszeit in jener Stadt eintrifft, in der er heute Mittwoch in sein drittes Champions-League-Abenteuer startet.

Auf dem Flughafen in Basel aber hat drei Stunden zuvor die Meldung, der FCB sei an einer Verpflichtung des FCZlers Eric Hassli interessiert, für Aufregung gesorgt. Heusler dementiert das Interesse des Meisters am bulligen französischen Stürmer nicht. «Es ist unsere Aufgabe, solche Überlegungen anzustellen», sagt der Vizepräsident des FC Basel. Er bestätigt, mit Ancillo Canepa, seinem FCZ-Kollegen, bereits in Kontakt getreten zu sein. «Aber die Geschichte ist nicht besonders heiss», sagt Heusler.

Transfertheater stört Vorbereitung

Bis Ende September ist Zeit, den Transfer abzuwickeln. Weil aber zuvor, am 25. September, noch der Klassiker zwischen dem FCZ und dem FCB ansteht und die beiden Klubs nicht daran interessiert sind, zusätzlich Öl ins Feuer zu giessen, dürfte Hasslis Verpflichtung durch die Basler erst danach über die Bühne gehen. Auch wenn Canepa gestern aus Zürich verlauten liess, dass der FCZ unter den «gegebenen Umständen» nicht an einem Transfer interessiert sei.

Nicht anzunehmen ist, dass diese Geschichte die Vorbereitungen des FCB auf sein Spiel gegen den rumänischen Meister beeinträchtigt. Trainer Thorsten Fink behauptet gar, er habe sich noch nicht mit diesem Thema befasst. Ganz im Gegensatz zur Champions League, wo der 43-Jährige, der als Spieler von Bayern München 2001 diesen Wettbewerb gewonnen hat, sein Debüt als Trainer gibt. «Unser erstes Ziel ist der dritte Platz in der Gruppe», sagt Fink.

Dies würde bedeuten, dass die Basler im Februar noch immer international dabei wären – in den Sechzehntelfinals der Europa League. Doch natürlich hofft der ehrgeizige Fink auf mehr. Auch wenn die Gruppe E mit Bayern München, der AS Roma und dem CFR Cluj eine starke ist. «Aber im letzten Jahr befanden sich die Römer in der Europa League gegen uns in einer schlechten Phase», sagt Fink, «und sollte dies wieder so sein, wollen wir unsere Chance wahrnehmen.» Immerhin stehen ihm nach Valentin Stockers Genesung in Rumänien alle Titulare zur Verfügung.

Als nicht sehr angenehm empfindet er die Tatsache, dass Cluj zwei Tage vor dem Spiel einen Trainerwechsel vorgenommen hat. «Wir können uns jetzt nicht mehr so gut auf den Gegner einstellen», sagt Fink, der ein Spiel auf Augenhöhe erwartet. «Wir sind aber hergekommen, um das Spiel zu machen», sagt Fink, «es ist nicht unser Ding, uns hinten reinzustellen.» Linksverteidiger Behrang Safari denkt, dass der FCB eine Spur besser vorbereitet in den Wettbewerb steigt als vor zwei Jahren. «Damals spielten wir voller Freude mit, jetzt wollen wir etwas reissen.»

Derweil sich Fink vor seiner Feuertaufe, ganz ehemaliger Bayern-Profi, cool gibt, ist Heusler die Vorfreude auf grosse Champions-League-Wochen anzusehen. «Wir wollen eine gute Rolle spielen», sagt Heusler, «unseren Gegnern heisse Kämpfe liefern.» Der 46-jährige Rechtsanwalt weigert sich, von einer Doppel- oder Mehrfachbelastung des FCB zu sprechen.

«Wir müssen in der Schweiz aufhören, dies immer so kritisch zu sehen», sagt Heusler. «Meiner Ansicht nach ist die Champions League eine Doppelchance, nicht eine Doppelbelastung.» Wenn auch mit viel Mehrarbeit verbunden. «Vor allem die Geschäftsleitung hat eine Menge zu tun, weil die Uefa alles reglementiert.»

1,5 Millionen Verlust

7,1 Millionen Euro hat der FCB schon mal als Antrittsgage auf sicher. Die vollen Stadien garantieren nochmals einen schönen Batzen und pro Sieg sind 800000, für ein Remis 400000 Euro zu verdienen. Euro – der einzige Wermutstropfen. Weil der Kurs so schlecht ist, verliert der FC Basel 1,5 Millionen Franken.