FC Aarau
FC Aarau: «Wir spielen Fussball, nicht Versteckis»

Der vom Abstieg bedrohte FC Aarau steht im Heimspiel gegen Sion unter Druck. Vor den beiden Partien gegen Leader YB müssen drei Punkte her. Aaraus Trainer Martin Andermatt fordert von den Spielern deutlich mehr Aggressivität

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«Wir spielen Fussball, nicht Versteckis»

«Wir spielen Fussball, nicht Versteckis»

Ruedi Kuhn

Am Tag nach Aaraus 18. Niederlage im 25. Meisterschaftsspiel versammelt Chefcoach Martin Andermatt die Mannschaft im ersten Stock des Stadions Brügglifeld. Nach einer kurzen Ansprache zeigt er die eine oder andere Frequenz aus der Partie gegen Xamax. Die Begründung für die Videoanalyse liefert der gebürtige Zuger gleich selbst: «Worte sind zwar gut, aber Bilder sind besser. Die Spieler sollen sehen, was sie richtig und was sie falsch machen. Sie müssen aus den Fehlern lernen.»

Ein Blick auf die bisherigen Resultate der Rückrunde zeigt, dass das Team um Captain Sandro Burki in den vergangenen Wochen mehr falsch als richtig gemacht hat. Mit Ausnahme des 6:3-Siegs gegen Bellinzona zum Auftakt und des Punktgewinns beim 2:2 in St. Gallen gabs nichts Zählbares. Andermatt gibt sich für den Schlussspurt der Meisterschaft trotzdem optimistisch und sagt: «Es fehlt sehr wenig, damit der Schalter kippt. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis. Läuferisch können wir mit allen Super-League-Mannschaften mithalten. Meine Hauptaufgabe ist es, die Blockade in den Köpfen der Spieler zu lösen.»

Elf Runden vor Schluss beträgt der Rückstand auf den Barrageplatz mit Bellinzona sieben Punkte. Andermatt ist sich der brisanten Ausgangslage im Kampf gegen den Abstieg bewusst und sagt: «Ganz klar. Gegen den FC Sion müssen Punkte her. Schliesslich spielen wir Fussball und nicht Versteckis. Wenn wir zwei Runden vor Schluss drei Siege brauchen, ist es für eine Aufholjagd definitiv zu spät.»

Bleibt die Frage, welche elf Spieler das so eminent wichtige Spiel gegen Sion bestreiten werden. Fragezeichen gibts um die Einsätze von Torhüter Ivan Benito, Innenverteidiger Giuseppe Aquaro, Captain Sandro Burki und Stürmer Aco Stojkov. Sie sind zwar leicht verletzt, werden aber alles dafür tun, um für einen Einsatz bereit zu sein. Sollte Benito wegen seines schmerzhaften Bauchmuskelrisses wie gegen Xamax pausieren müssen, käme der erst 18-jährige Joël Mall zu seiner zweiten Bewährungsprobe innert vier Tagen. Mall machte seine Sache gegen die Neuenburger ausgezeichnet und blieb fehlerlos.

«Wir müssen sie auffressen»

Für Andermatt ist das heutige Heimspiel gegen Sion insofern wegweisend, als danach die beiden Partien gegen Leader Young Boys folgen: «Gegen YB», so Andermatt, «wäre ein Sieg eine Sensation, gegen den FC Sion ist alles möglich. Wir müssen die Walliser von Beginn an unter Druck zu setzen, ja sie buchstäblich auffressen.» Dabei kann es durchaus sein, dass der Aarauer Trainer an den Stolz und das Ehrgefühl der Spieler appelliert. So wie er das nach der schlechten Leistung in der ersten Halbzeit in der Pause der Partie in Neuenburg getan hat. Und danach lief es ja gar nicht so schlecht.

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