FC Aarau: Erst gezaubert und dann um Sieg gezittert

Guter Start in Challenge-League: Der FC Aarau besiegt den FC Locarno vor 3600 Zuschauern 2:0, lässt aber noch viele Wünsche offen.

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Aarau-Locarno
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Keystone

Ruedi Kuhn

Der grösste Unterschied zwischen Super und Challenge League? Man hat mehr Platz. Viel mehr Platz. Ein Beispiel gefällig? Bitte schön. Nach 18 Minuten spazierte David Marazzi unbehelligt in den Strafraum, umkurvte zwei Locarno-Verteidiger und spielte den Ball im Fallen zum frei stehenden Samel Sabanovic. Der 26-jährige Serbe traf mit einem Schuss aus fünf Metern das Bein von Fulvio Sulmoni. Von dort rollte das runde Streitobjekt direkt vor die Füsse von Patrick Bengondo. Der Kameruner stand gut einen Meter vor dem Tor, behielt die Übersicht und knallte das Leder ohne
Mühe und mit voller Wucht in die Maschen.

Der FC Aarau führte 1:0. Dies völlig verdient. Und zwar deshalb, weil Sandro Burki und Sabanovic kurz zuvor innert Sekundenbruchteilen den Pfosten respektive die Latte getroffen hatten. Überhaupt wusste die Mannschaft von Trainer Ranko Jakovljevic in der ersten halben Stunde zu gefallen. Vor allem in offensiver Hinsicht. Da rollte zu Beginn ein Angriff nach dem andern in Richtung Tor von Locarno.
Mit nur einem Treffer wurde der mittlere Wirbelsturm allerdings schlecht belohnt.

Der FC Aarau wäre aber nicht der FC Aarau, wenn er sich das Leben nicht immer wieder selbst schwer machen würde. Plötzlich lief nichts mehr. Kam hinzu, dass die Südschweizer nach 30 Minuten ihre Hemmungen plötzlich ablegten, ja sie kamen sogar zu einer Riesenchance. Stefano Milani hätte kurz vor dem Pausenpfiff das 1:1 erzielen müssen.

Und als Igor Mijatovic nach 53 Minuten mit einem Schuss aus zwölf Metern das Ziel nur um Haaresbreite verfehlte, war dem hintersten und letzten Zuschauer klar, dass Locarno kein Kanonenfutter ist. Der Gastklub wirbelte die Aarauer Defensivabteilung ganz schön durcheinander und hätte aufgrund der Leistung in der zweiten Hälfe den Ausgleich verdient gehabt. Die Aarauer aber verwalteten nur noch den Vorsprung. Und konnten Sekunden vor Schluss nach einem Solo von Joker Aco Stojkov sogar noch das 2:0 bejubeln. Trotzdem zeigte sich Captain Sandro Burki selbstkritisch: «Nach einem guten Start wurden wir nervös. Wir hatten zu viele, einfache Ballverluste.»

Bleibt das Fazit, dass die Aarauer möglichst schnell einen Abwehrchef von Format verpflichten müssen. Ein Kränzlein winden darf man den Fans. Sie schworen den Spielern vor dem Anpfiff ewige Treue. Und zwar ohne Wenn und Aber.

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