Der neue Modus, wonach am Schluss der mit den meisten Siegen - und nicht unbedingt der mit den meisten Punkten - Formel-1-Weltmeister wird, spaltet den GP-Zirkus. "Ich mag diese überraschende Neuerung nicht wirklich", sagte McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. Der 24-jährige Brite wäre 2008 nicht der jüngste Champion geworden, wenn diese Regel schon damals gegolten hätte.

Auch der siebenmalige Champion Michael Schumacher teilt die Meinung des Briten. "Ich kann keinen Sinn darin erkennen, eventuell einen Weltmeister zu haben, der weniger Punkte als der Zweitplatzierte hat", sagte der jetzige Ferrari-Berater - ohne Rücksicht darauf, dass im vergangenen Jahr sein Schützling Felipe Massa den Titel gewonnen hätte. Denn nach GP-Siegen endete das Duell Massa gegen Hamilton 6:5.

Für Bedenken sorgen vor allem zugespitzte Titel-Rechnungen wie diese: Fahrer A gewinnt vier Rennen und hat damit die meisten Siege, scheidet ansonsten aber immer aus. Damit hätte er 40 Punkte auf dem Konto. Fahrer B gewinnt drei Grand Prix, wird 14 Mal Zweiter und hätte damit 142 Zähler. Weltmeister wäre dennoch Fahrer A.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hingegen rechnet dank der neuen Regel fest mit mehr Spektakel auf den Strecken: "Die Jungs sollen wieder echte Rennen fahren", sagte der 78-Jährige.