Bregy
Ex-Fussballstar Bregy traut der Schweiz für die WM viel zu

Mit seinem Tor gegen die USA an der WM 1994 schrieb Georges Bregy Schweizer Fussballgeschichte. Der aktuellen Mannschaft traut er einen ähnlichen Exploit zu wie damals – falls das Team gut harmoniert.

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Georges Bregy

Georges Bregy

Keystone

Sandro Zimmerli

«Es war ein einmaliges Erlebnis. Beim Einlaufen ins Stadion hatte ich Hühnerhaut. Mir ist es
kalt den Rücken runtergelaufen», erinnert sich Georges Bregy an sein WM-Abenteuer in den USA. Der Altinternationale weilte gestern auf Einladung des Gewerbevereins Geroldswil-Oetwil (GVGO) im Restaurant Glanzenburg. Dort sprach er über seine Karriere und beantwortete die Frage, wie die Fussball-Nati diesen Sommer einen ähnlichen Exploit in Südafrika schaffen kann wie die Mannschaft von 1994.

Damals nahm die Fussballnationalmannschaft erstmals nach 28Jahren wieder an einer WM teil und Bregy war einer der Schlüsselspieler. Mit seinem Freistosstor gegen den Gastgeber schrieb der bereits 36-jährige Walliser ein Stück Schweizer Fussballgeschichte. Es war das erste WM-Tor eines Schweizer Spielers seit 1966.
«Neben einer guten Vorbereitung bedarf es auch einer gut funktionierenden Crew, damit die Mannschaft erfolgreich ist», erklärte Bregy. Dazu gehöre beispielsweise auch der Masseur, denn er sei «der Seelendoktor der Spieler und kann dem Trainer wichtige Informationen über das Befinden der Akteure liefern», hielt er fest.

Referat war lange geplant

Den Weg nach Geroldswil fand der einst gefürchtete Freistossschütze dank Michael Deplazes, Präsident des GVGO. «Wir arbeiten bei der gleichen Versicherung», so Deplazes. Allerdings habe es eine Weile gedauert, bis man einen geeigneten Termin finden konnte.

«Wir haben bereits letztes Jahr abgemacht, dass er ein Referat bei uns hält. Georges ist aber viel beschäftigt und als Referent sehr gefragt», erklärte Deplazes. Bei der bevorstehenden WM liege es auf der Hand, in diesem Jahr das Thema Fussball anzusprechen. «Wer anderes als ein Ex-Spieler, der ein solches Turnier selber erlebt hat, ist besser geeignet, uns etwas über die Aussichten der aktuellen Mannschaft zu erzählen», sagte er. Zudem sei der Vorstand des GVGO darum bemüht, seinen Mitgliedern Überraschendes zu bieten. «Über das Gewerbe reden wir schon genug. Da darf es jetzt auch einmal Fussball sein», hielt er fest.

Unabdingbar für ein Fussballspiel sind die Spieler. Während eine gut funktionierende Crew mitverantwortlich für den Erfolg sei, so Bregy weiter, seien auch
die Spieler selber gefordert. «Das Teamhotel in Südafrika wird streng bewacht sein. Die Spieler können sich kaum frei bewegen. Sie werden kaserniert», sagte Bregy. Deshalb müssten alle dafür sorgen, dass während des Turniers eine gute Stimmung herrsche. Erreicht werden könne dies durch die richtige Zusammensetzung der Mannschaft. «Es spielen nicht die elf besten Spieler eines Landes, sondern die elf, die am besten harmonieren», erklärt er.

Hitzfeld der Psychologe

Mit Ottmar Hitzfeld verfüge die Schweizer Mannschaft über einen Trainer, dem es gelinge werde das Team wie gewünscht zusammenzusetzen, zeigte sich Bregy überzeugt: «Als ich als Trainer die Uefa-Pro-Lizenz machte, durfte ich Hitzfeld eine Woche lang über die Schultern schauen. Seine Trainings sind nicht spektakulär. Dafür ist er ein guter Psychologe, der viel mit seinen Spielern spricht.»

Neben dem erfolgreichen Trainer könne auch der Spielplan der Schweiz in die Hände spielen, meinte Bregy. «Ich finde es gut, dass die Mannschaft gegen Spanien beginnt. Sie sind Europameister und müssen gegen uns punkten. Sie werden möglicherweise nervös sein», sagte er. Wichtig werde aber das Spiel gegen Chile. «Und Honduras muss man schlagen, sonst ist man an der WM fehl am Platz.»