In der zweiten Runde traf sie auf die Israelin Roni Schwartz. Gegen sie hatte Tschopp in der letzten Begegnung deutlich verloren. Dieses Mal sah es anders aus. Die Baselbieter Judo-Kämpferin hielt die Israelin gut in Schach. Bereits nach einer Minute Kampfzeit gelang ihr dann auch der vorzeitige Ippon-Sieg. Nicht viel besser erging es der einheimischen Kämpferin Ma Yingnan. Die Chinesin bot der Schweizerin immerhin sehr lange Widerstand, verlor dann aber ebenfalls mit Ippon. Damit gewann Tschopp ihren Pool und stand im Halbfinal.

Die Gegnerin hiess dieses Mal Babamuratova aus Turkmenistan. Tschopp scheiterte an der Asiatin leider bereits nach einer halben Minute und fand sich damit in der Hoffnungsrunde. Dort kam es zum Duell gegen die Mongolin Adiyasambuu. Tschopp wollte sich diese Bronzemedaille unbedingt holen, kämpfte entsprechend mit vollem Einsatz und griff viel an. Dies nützte die Gegnerin aus und konterte mit einem Wurf-Ippon. Damit blieb Tschopp nach dem Vorstoss in den Halbfinal ‚nur’ der undankbare 5. Rang und sie ging bezüglich Medaillen leer aus. Die Enttäuschung war gross – verlor sie doch damit wichtige Punkte für Rio 2016 (es zählen nur die fünf besten Resultate im Vorfeld der Olympischen Spiele).

Es ging weiter nach Japan

Die letzte Station der Asien-Tour 2015 war der Grand Slam und das internationale Trainingslager in Japan. Am Grand Slam in Tokyo, neben Paris das bedeutendste Judo-Turnier der Welt, welches letztes Wochenende ausgetragen wurde, lief es Tschopp nicht mehr optimal. Sie zog eine recht schwierige Auslosung. In der ersten Runde gegen die Deutsche Maria Ertl war Tschopp noch gut auf Kurs, sie konnte den Wazaari der Gegnerin bereits nach etwas mehr als einer Minuten Kampfzeit erfolgreich mit Ippon neutralisieren und gewann vorzeitig. Dann aber traf die Muttenzerin auf die starke Französin Priscilla Gneto, gegen die an diesem Tag kein Kraut gewachsen war, Tschopp verlor bereits vor Ablauf der ersten Kampf-Minute mit Ippon durch einen Festhalter am Boden.

Evelyne Tschopp schaut nun nach vorne und ist fest entschlossen, im Olympiajahr 2016 die nötigen Punkte an den verbleibenden Grossturnieren ins Trockene zu bringen und ihre Silbermedaillle von Paris zu bestätigen.