Die Temperaturen fielen bis zur Nullgradgrenze, doch für die Skiakrobaten ist dies noch kein Grund das Wasserschanzentraining zu beenden. Evelyne Leu absolvierte noch die letzten Trainings und feilte bis zum Schluss an der Perfektion der Sprünge. Das Gefühl ist gut und die Form stimmt ebenfalls. Sie konnte im Sommer konstant an ihren schwierigen Dreifachsaltos arbeiten und so ist sie auch zuversichtlich für die kommende Olympiasaison.

Doch vor dem letzten Sprung kam schon ein bisschen Wehmut auf: „Beim letzten Sprung auf der Wasserschanze habe ich beinahe den Absprung verpasst da mir im Anlauf viele Gedanken durch den Kopf gingen. Bereits vor dem Sprung wurde mir bewusst dass dies mein letzter Sprung über diese Schanze sein wird. Nach tausenden Sprüngen auf dieser Anlage war dies ein sehr spezieller Moment mit einem komischen Gefühl. Doch das Treppensteigen werde ich wahrscheinlich nicht vermissen."

Nach dem abgeschlossenen Wasserschanzentraining wird Evelyne Leu ab kommendem Wochenende in Saas Fee ihre ersten Schneetrainings absolvieren. Mitte November reist sie mit dem Team weiter nach Finnland wo sie weitere drei Wochen trainieren wird. Der Weltcupstart ist wie in den letzten Jahren in China. Am Wochenende 19./20. Dezember finden in Changchun zwei Weltcupspringen statt, diese zählen bereits zur Olympiaqualifikation.
„Ich freue mich auf meine letzte Saison, die ich auch geniessen möchte. Wie immer ist die Anspannung vor dem Winter da, doch meistens nach den ersten Trainings im Schnee legt sich diese wieder. Die Olympischen Spiele in Vancouver sind mein grosses Ziel, es wären meine vierten Olympischen Spiele und bestimmt ein würdiger Abschluss meiner Karriere."