«Erfolg besteht aus mehr als nur den einzelnen Teilen»

Die vereinsinternen Turbulenzen beim FC Aarau unterscheiden sich nicht gross von den normalen Abläufen in der Privatwirtschaft. a-z.ch hat mit einem Headhunter gesprochen, der die Situation beim FCA aus wirtschaftlicher Sicht betrachtete.

Als Fussballtrainer muss man einiges aushalten können. Der Druck von Fans, Medien und Vereinsleitung ist bei Misserfolgen ernorm. Und so ergeht es auch FC Aarau Trainer Jeff Saibene derzeit nicht anders. Die Tabellenlage spricht nicht für ihn.

Trotz anhaltender Kritik von Fans und Medien an seinem Vorgesetzten, Sportchef Fritz Hächler, bleibt Saibene das schwächste Glied in der Kette. Umso mehr, als dass Präsident und Sportchef durch die Rückendeckung vom Verwaltungsrat nun gestärkt sind in ihrer Position. Dies sieht auch Christopher Kummer, Associate beim renommierten Zürcher Headhunter Björn Johansson, nicht anders: «Damit muss der Trainer umgehen können. Unter diesem Druck muss er arbeiten können» Das Amt eines Fussballtrainers sei per se ein Himmelfahrtskommando, findet Kummer.

Im Fussballgeschäft gelten die gleichen Gesetze wie in der Privatwirtschaft, nur gehe alles ein wenig schneller. Zudem sei der Erfolg, respektive Misserfolg im Fussball durch die Tabelle sehr gut ersichtlich. In der Wirtschaft sei es da einiges schwieriger, ein Urteil zu fällen.

Der Experte findet es grundsätzlich schlecht, wenn Konflikte über Medien ausgetragen werden. Denn so werde eine Menge Porzellan zerschlagen. Laut Kummer zählen nicht nur die Resultate, sondern auch die Harmonie im Führungsteam. Dass der Trainer Entscheide der Klubleitung aus den Medien erfahre, sei nicht optimal.

Der Vorwurf an Sportchef Hächler, er habe ein zu wenig gutes Kader zusammengestellt, lässt Kummer nicht gelten. Fussball sei immer noch ein Mannschaftssport, in der nicht nur die einzelnen Akteure zählen. Vielmehr sei das Kollektiv entscheidend: «Erfolg besteht aus mehr als nur den einzelnen Teilen.»

Allgemein wird erwartet, dass Saibene noch diese Woche ersetzt wird. Der Nachfolger wird wohl schon bereit stehen. Auch dies sei in der Wirtschaft nicht anders, weiss Christopher Kummer. Man sucht einen Nachfolger, während man noch mit der Person arbeitet und präsentiert den neuen Mann dann bei der Ablöse. (aen)

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