Rugby

England entzaubert die «Rugby-Götter»

Manu Tuilagi (unten links) brachte England mit einem frühen Try im WM-Halbfinal gegen Titelverteidiger Neuseeland in die Erfolgsspur

Manu Tuilagi (unten links) brachte England mit einem frühen Try im WM-Halbfinal gegen Titelverteidiger Neuseeland in die Erfolgsspur

England steht erstmals seit 2007 und zum 4. Mal insgesamt im Final der Rugby-WM. Die Engländer schalteten in einem hochklassigen Halbfinal in Yokohama Titelverteidiger Neuseeland dank einem 19:7 aus.

England wird nun am kommenden Samstag als klarer Favorit auf seinen zweiten WM-Titel nach 2003 in den Final gehen, egal ob der Gegner Südafrika oder Wales heisst. Dem Team des australischen Coaches Eddie Jones gelang gegen Neuseeland ein fast perfektes Spiel. Und vor allem der erhoffte perfekte Start, um die favorisierten Neuseeländer ins Grübeln zu bringen.

Noch keine zwei Minuten waren gespielt, als der gebürtige Samoaner Manu Tuilagi den ersten Try für die Engländer setzte. Zur Halbzeit stand es 10:0; erst zum zweiten Mal in der WM-Geschichte (nach einem Halbfinal gegen Australien vor 28 Jahren) gingen die "All Blacks" ohne einen Punkt in die Pause.

Kurz nach Beginn der zweiten Hälfte führten die Engländer sogar 13:0. Nur einmal gerieten sie kurz ins Wackeln, als Ardie Savea nach einem Fehler bei einem Lineout auf 7:13 verkürzen konnte. Die Engländer erhöhten aber schnell wieder auf 19:7, in den restlichen zwölf Minuten rannten die Neuseeländer dann ziemlich ratlos an. Sie verloren erstmals seit dem Viertelfinal 2007 (18:20 gegen Frankreich) und zwei gewonnenen Titeln wieder einmal eine WM-Partie.

Kein Wunder, meinte Eddie Jones euphorisch: "Wir haben die Rugby-Götter bezwungen." Die taktische Disziplin seines Teams sei toll gewesen, die Defensivarbeit gut und wenn man die Chance gehabt habe anzugreifen, habe man dies gut gemacht. Aber: "Wir sind hierher gekommen, um die Besten der Welt zu sein, und das haben wir noch nicht geschafft, da wollen wir hin."

Südafrika und Wales machen den zweiten WM-Finalisten in ihrem Halbfinal am Sonntag aus.

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