Am Vorabend war Bernard Challandes auf demselben Stuhl gesessen und hatte gesagt: «Am Anfang jeder Heldentat steht der Glaube daran.» Wie sehr der FCZ-Trainer zu jenem Zeitpunkt tatsächlich an das «Wunder von San Siro» geglaubt hatte, bleibe dahingestellt. Tatsache war, dass er gestern Abend zwar cool blieb, als er den sensationellen 1:0-Sieg des Schweizer Meisters zu erklären versuchte, innerlich aber dürfte er vor Freude über diesen Husarenstreich fast zerplatzt sein. «Mein Team hat eine grossartige Solidarität gezeigt. Wir haben mit Herz und mit Glück diesen Sieg geschafft», sagte Challandes. «Und vor allem freue ich mich für Leoni und Tihinen, die zuletzt sehr in der Kritik gewesen sind. Aber die ganze Mannschaft hat diese Heldentat vollbracht!»

Hannu Tihinen sagte: «Das Tor war nicht so schlecht, oder? Aber es ist nicht das erste Mal, dass ich ein solches Tor geschossen habe. Für den FC Zürich ist dieser Sieg natürlich eine grosse Sache. Wir haben uns ganz auf unseren Job konzentriert und diesen nicht schlecht gemacht. Der Trainer hat uns mit Opernmusik eingestimmt auf dieses Spiel. Es hat sich positiv auf die Motivation ausgewirkt.»

«Es war ein fantastisches Tor von Hannu», sagte Aufbauer Xavier Margairaz. «Wir, und auch ich, hatten die Chance zum 2:0 und wenn wir unsere Chancen verwertet hätten, wäre es etwas einfacher geworden. In dieser Beziehung müssen wir uns verbessern.»

Leonardo, der Trainer der AC Milan sagte: «Das frühe Gegentor hat die Sache für uns kompliziert gemacht. Wir wurden dadurch noch mehr verunsichert. Nach der Pause haben wir uns gesteigert, versuchten auch den Ausgleich zu erzielen, doch das Tor wollte und wollte nicht fallen.» Er wollte aber nicht von Pech sprechen und suchte nicht nach Ausreden. «Wir müssen die Lehren aus diesem Spiel ziehen. Das ist mein Job als Trainer, diese Mannschaft aus dem Tief zu führen.» (br)