Die 24-jährige Bülacherin belegt nach dem Kurzprogramm Rang 10. Die Südkoreanerin Kim Yu-Na lief in einer eigenen Kategorie.

Meier war nach ihrem ersten wettkampfmässigen Auftritt seit dem Grand Prix in Peking Anfang November mehr als erleichtert. Zwar musste sie beim dreifachen Flip umsteigen, was einen Abzug von minus zwei Punkten nach sich zog, doch ansonsten vermochte sie in ihrem Samba-Kurzprogramm zu überzeugen. Auch das Tempo stimmte. Mit 58,36 Punkten, ihre Bestleistung beträgt 60,87, liegt sie bloss um 1,30 Zähler hinter der sechstplatzierten Europameisterin Laura Lepistö (Fi).

Meier war mit ihrem Punktetotal sehr zufrieden, denn aufgrund der langen Wettkampfpause hatte sie nicht gewusst, wie sie eingestuft werden würde. "Es ist nicht realistisch, ganz vorne mitzulaufen. Ich sehe aber, dass sie mich nicht bereits abgeschrieben haben", sagte die EM-Zweite von 2007 und 2008, die nach dem Kurzprogramm die viertbeste Europäerin ist. Den Quotenplatz für die Olympischen Spiele hat sie damit praktisch auf sicher, derzeit könnte die Schweiz gar zwei Läuferinnen schicken.

Meiers Vorstellung ist sehr hoch einzustufen. Denn die Vorbereitung auf die WM war wegen einer Diskushernie und Hüftproblemen alles andere als optimal gewesen. Dreifach-Sprünge trainiert sie erst seit Anfang März wieder in normalem Umfang, und das Kurzprogramm gelang ihr im Vorfeld der Titelkämpfe bloss einmal ohne Fehler. Zudem ist es mit den Schmerzen ein Auf und Ab. Sie fühle sich jeden Tag etwas sicherer auf dem Eis, berichtete Meier. "Ich habe erstmals das Gefühl, dass ich die Kür durchstehen kann."

Das Rennen um die Goldmedaille scheint bereits entschieden zu sein. Die 18-jährige Kim Yu-Na, die in den vergangenen beiden Jahren jeweils WM-Bronze gewonnen hatte, zeigte eine atemberaubende Vorstellung ohne den kleinsten Makel; Höhepunkt war die Kombination Dreifach-Flip/Dreifach-Toeloop. Mit 76,12 stellte sie völlig verdient einen Punkterekord (zuvor 72,24) auf. Die zweitklassierte Kanadierin Joannie Rochette distanzierte Kim um 8,22 Punkte. Weitere 1,84 Zähler dahinter folgt die japanische Titelhalterin Mao Asada, die den Lutz nur doppelt sprang.

Domnina/Schabalin erstmals Eistanz-Weltmeister

Im Eistanzen sicherten sich die Russen Oksana Domnina/Maxim Schabalin den Titel; die beiden standen erstmals auf dem WM-Podest. Die Osteuropäer, die an den Europameisterschaften in Helsinki wegen einer Knieverletzung von Schabalin aufgegeben hatten, siegten vor den Einheimischen Tanith Belbin/Benjamin Agosto, die ihre vierte WM-Medaille gewannen. Speziell daran ist, dass beide Paare seit dieser Saison bei Natalja Linitschuk in Aston, Pennsylvania, trainieren.

Bronze holten die letztjährigen Zweiten Tessa Virtue/Scott Moir aus Kanada. Das Schweizer Duo Leonie Krail/Oscar Peter hatte sich nach einem Sturz im Originaltanz nicht für die Kür qualifizieren können und beendete seine zweite WM im 27. Schlussrang.