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Dustin Johnsons Triumph wäre überfällig

Die Weltnummer 1 Dustin Johnson sollte endlich auch nach einem grossen Turnier lachen können

Die Weltnummer 1 Dustin Johnson sollte endlich auch nach einem grossen Turnier lachen können

Der am Knie verletzte Brooks Koepka fehlt im Feld des am Donnerstag beginnenden 120. US Open der Golfprofis in New York. Und hinter der Leistungsfähigkeit von Tiger Woods steht ein Fragezeichen.

Der 30-jährige Brooks Koepka - er gab sein Debüt als Profi vor acht Jahren an der Swiss Challenge in Hildisrieden LU - ist mit vier Siegen an Majorturnieren der erfolgreichste Golfer der letzten vier Jahre. Das US Open gewann er 2017 und 2018. Wegen einer hartnäckigen Knieverletzung verzichtete er vor kurzem auf die Teilnahme an den drei Finalturnieren der US-Saison 2019/20. Er hoffte, am US Open wieder dabei zu sein, die Zeit war für die ehemalige Weltnummer 1 jedoch zu knapp.

Koepkas immenses Können ist unbestritten, aber den meisten Golffans wird er im Winged-Foot-Klub nördlich von New York nicht fehlen. Er gilt nicht nur als kauziger, nörgelnder Einzelgänger, er ist auch einer. Nach einem seiner grossen Siege hat er sich über die eigene, ihn zum Multimillionär machende Sportart mokiert, und gesagt, Golf sei fad und langweilig. Viele Fans ignorieren ihn einfach. Auf Twitter folgen ihm nicht einmal 100'000. Sein beliebter amerikanischer Landsmann Rickie Fowler hat 16 Mal mehr Follower, obwohl er noch kein Majorturnier gewonnen hat.

Woods, solange es noch geht

Mit Tiger Woods verhält es sich anders als mit Koepka. Ihn wollen die Fans noch so oft spielen sehen, wie es das Alter und die Gesundheit des Ausnahmegolfers zulassen. Im Dezember wird er 45 Jahre alt. Obwohl der Charakter des Spiels auch den älteren Profis noch grosse Leistungen ermöglicht - Woods gewann im April 2019 zum fünften Mal das US Masters in Augusta -, schleicht die Karriere des 15-fachen Majorturnier-Siegers in der Weltelite dem Ende entgegen.

Nach dem Coup in Augusta verkündete Tiger Woods, dass er seinen persönlichen Turnierkalender noch mehr zusammenstreichen werde. Er werde nur noch antreten, wenn er sich ganz gesund und in ausreichend guter Form fühle. Schon zu seinen besten Zeiten war er der Spitzenspieler mit den wenigsten Turnierstarts. In der Regel bestritt er weniger als 20 Turniere pro Saison, während die meisten anderen Koryphäen 25 Mal oder öfter spielten.

Seit der Wiederaufnahme des Turnierbetriebs im Juni hat Woods nur viermal gespielt, den schier obligatorischen Start an der US PGA Championship mitgezählt. Die Resultate standen ihm nicht gut an. Er qualifizierte sich zwar jedes Mal für die Finalrunden, aber ein 37. Platz war das beste Ergebnis. Seit dem letzten Turniereinsatz sind nur anderthalb Wochen vergangen. Ob er die Zeit nutzen konnte, um die Form deutlich zu steigern, ist fraglich. Zu den Favoriten zählt er in dieser Woche jedenfalls nicht.

Johnson wäre an der Reihe

Die Form, wie Tiger Woods sie gern hätte, hat Dustin Johnson. Nach einem Hin und Her an der Spitze der Weltrangliste zwischen ihm, Justin Thomas und dem aufstrebenden Spanier Jon Rahm ist Johnson derzeit als Nummer 1 unbestritten. Seine letzten vier Turniere - alle waren sehr gut besetzt - beendete er je zweimal als Sieger und als Zweiter. In einem davon spielte er die Konkurrenz in Grund und Boden.

Dennoch wäre es äusserst riskant, das ganze Geld in dieser Woche auf den 36-Jährigen aus South Carolina zu setzen. Denn an den Turnieren auf Grand-Slam-Stufe reicht es ihm oft zu zweiten Plätzen, aber sehr selten zum Sieg. Der einzige Triumph an einem Majorturnier war jener vom US Open 2016. Dies steht im Missverhältnis zur Zahl von 25 Siegen, die Johnson an übrigen Turnieren des amerikanischen Circuits bereits errungen hat.

Morikawa zum Zweiten?

Auf Collin Morikawa zu setzen könnte sich eher bezahlt machen. Der amerikanische Youngster, Profi erst seit Juni 2019, gewann vor einem guten Monat die US PGA Championship, das im stark abgeänderten Kalender für einmal das erste Majorturnier des Jahres war. Zuletzt wurde er Sechster an der prestigeträchtigen Tour Championship, dem von den besten 30 Spielern bestrittenen Finale der US PGA Tour. Ein neuerlicher Coup ist ihm zuzutrauen.

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