Drama um Michele Polverino

Muss Aaraus Michele Polverino mehrere Wochen pausieren? Wegen Lähmungserscheinungen im linken Arm brach Polverino die Trainingseinheit vom Mittwoch ab und wurde ins Spital eingeliefert. Die Auswertung der Untersuchungen steht noch aus.

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Keystone

RUEDI KUHN

Mittwoch, 9.30 Uhr. Jeff Saibene bittet seine Spieler zu einem Waldlauf in der Nähe vom Stadion Brügglifeld. Nach nur zehn Metern bricht Michele Polverino bereits ab. Er ist fassungslos. Sein Blick ist wie vernebelt. Schwindelgefühle plagen ihn. Aber noch viel dramatischer: Polverino hat kein Gefühl mehr im linken Arm und bricht in Panik aus.

Der Aarauer Trainer Jeff Saibene und sein Assistent Reto Jäggi reagieren auf den Vorfall sofort. Polverino wird ins Spital eingeliefert. Dort untersucht man ihn zwei Tage lang auf Herz und Nieren. Die Ärzte tappen nach mehreren Tests noch im Dunkeln. Genaue Resultate werden Anfang nächster Woche erwartet. Im besten Fall kann Polverino den Trainingsbetrieb Mitte nächster Woche wieder aufnehmen. Andernfalls droht eine längere Zwangspause. Gestern Abend blickte Polverino kurz nach der Entlassung aus dem Aarauer Kantonsspital auf die Ereignisse vom Mittwoch zurück und sagte: «Es war ein schreckliches und brutales Gefühl. Ich begann zu heulen und zu weinen, denn ich verlor während einiger Sekunden völlig die Kontrolle und die Orientierung über meinen Körper.»

Engen Kontakt mit Polverino hatte während der vergangenen zwei Tage Mitspieler und Kollege Giuseppe Aquaro. Der Italiener besuchte Polverino zweimal im Spital und ging gestern Abend davon aus, dass sein Freund auf dem Weg der Besserung ist. «Polverino », so Aquaro, «hätte am liebsten gleich wieder mit der Mannschaft trainiert und gespielt.

Das Wichtigste ist nun aber, dass er sich in den nächsten Tagen völlig erholen wird.» Polverino selbst wird die kommenden Tage in aller Abgeschiedenheit in seiner Wohnung im liechtensteinischen Schaan verbringen und wohl erst am kommenden Mittwoch oder sogar Donnerstag nach Aarau zurückkehren. Entwarnung kann man im Fall von Polverino noch keine geben. Denn der 24-Jährige litt in jüngster Vergangenheit nach eigener Aussage gleich dreimal an Gefühllosigkeit in Armen und Beinen. Bemerkenswert ist, dass diese Lähmungserscheinungen bei ihm nicht nur während körperlicher Anstrengung, sondern auch während Ruhephasen auftreten.
Allerdings klingen diese Beschwerden jeweils nach kurzer Zeit wieder ab. Bleibt zu hoffen, dass sich Polverino möglichst schnell erholen wird. Eines aber steht fest: Der liechtensteinische Internationale wird am Sonntag im Heimspiel gegen die Young Boys (16 Uhr) fehlen. Die Absenz des Aggressivleaders zwingt Chefcoach Jeff Saibene zu einer Umstellung in der Startformation. Anstelle von Polverino wird das erst 20-jährige Eigengewächs Emir Sinanovic von Beginn an spielen. Sinanovic spielt im offensiven Mittelfeld hinter der einzigen Spitze, Patrick Bengondo. Die Rolle von Polverino im zentralen Mittelfeld übernimmt Captain Sandro Burki.

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