Die Schweiz hat die Pflicht an der WM erfüllt, sich unter die Top 4 gespielt und spielt nun um die Medaillen. Gegen die Letten vermochten die klar favorisierten Schweizer zwar nicht zu glänzen, sie setzten sich aber mehr oder weniger problemlos durch und hielten sich auch im 13. Vergleich mit den Balten schadlos.

Trotz des klaren Sieges besitzen die Schweizer weiterhin Steigerungspotenzial. Denn mit Schweden wartet nun ein ganz anderes Kaliber und im Normalfall eine unüberwinderbare Hürde auf die Mannschaft. Gegen den Dominator des internationalen Unihockeys sind die Schweizer der klare Aussenseiter. In 56 Vergleichen vermochte die Schweiz gegen Schweden noch nie (!) zu gewinnen; mehr als sieben Unentschieden (davon eines an einer WM) lag für die Auswahl von Swiss Unihockey bisher nicht drin.

An den letzten Titelkämpfen waren die Schweizer aber jeweils nahe dran. 2010 in Finnland verloren die Schweizer im Halbfinal "nur" 2:3, 2008 in Tschechien - ebenfalls im Halbfinal - gar erst nach Verlängerung (2:3). Und 2006 nahmen die Schweizer den Schweden in den Gruppenspielen beim 4:4 den bisher einzigen Punkt ab. Vor zwei Jahren an der WM in der Schweiz, wo Schweden souverän seinen siebten WM-Titel gewann, begegneten sich die beiden Teams nicht

Die Skandinavier liessen an ihrer Heim-WM aber bisher nichts anbrennen. Die Gruppenspiele bestanden sie unbeschadet und im Viertelfinal deklassierten die WM-Favoriten den Schweizer Gruppengegner Estland gleich mit 17:0. Wollen die Schweizer zum zweiten Mal nach 1998 in einem WM-Final einziehen, ist mehr als ein Exploit nötig.

Im zweiten Halbfinal treffen Finnland und Tschechien aufeinander. Die Tschechen, vor zwei Jahren nur auf Platz 7 klassiert, gewannen ihren Viertelfinal gegen Dänemark 5:1 und sorgten dafür, dass die "grossen 4" des Unihockeys die Medaillen einmal mehr unter sich ausmachen.

Göteborg (Sd). Männer-WM. Viertelfinals: Schweiz - Lettland 6:1 (1:0, 2:0, 3:1). Tschechien - Dänemark 5:1 (1:0, 4:1, 0:0). - Halbfinals (am Samstag): Tschechien - Finnland (13.00 Uhr), Schweden - Schweiz (17.15). - Finals am Sonntag.