Alan Heckel, Basel

Er begann im linken Mittelfeld, wechselte nach der gelb-roten Karte gegen Rochat (53.) in den Sturm und beendete den Match auf der rechten Aussenbahn. Während dieser 90 Minuten zeigte Johan Vonlanthen eine starke Partie und rechtfertigte nicht nur seines Tores wegen das Nationalmannschaftsaufgebot gegen Italien.

«Ich freue mich auf die Nati, schliesslich war ich ja länger nicht dabei. In Bezug auf einen Einsatz muss ich aus diesem Grund aber realistisch bleiben», sagte der gebürtige Kolumbianer. Dem FCZ-Neuzugang aus Salzburg stand die Enttäuschung nach dem 1:1 beim FC Basel ins Gesicht geschrieben: «Ich weiss nicht, wie lange der FCZ nicht mehr gegen den FCB gewonnen hat, aber so einfach wie heute war es wohl schon lange nicht, drei Punkte aus Basel mitzunehmen.»

Überzahl nicht genutzt

Auch die Tatsache, mit Tihinen und Rochat zwei Captains und zentrale Abwehrspieler verloren und fast die komplette zweite Halbzeit in Unterzahl agiert zu haben, vermochte Vonlanthens Laune nicht zu heben: «Die Mannschaft hat auch in Unterzahl gut dagegengehalten. Dass Basel zu ein paar Chancen kommt, ist normal. Doch wenn man in der 87. Minute in Führung geht, muss man auch die drei Punkte über die Zeit retten.»

Hauptverantwortliche für das Scheitern dieses Vorhabens waren die drei FCB-Nationalspieler: Alex Frei schlug einen weiten Ball auf Marco Streller, dessen Vorlage Benjamin Huggel von der Strafraumgrenze unhaltbar für FCZ-Goalie Johnny Leoni ins Netz drosch.

Vorbereiter Streller wählte ähnliche Worte wie Vonlanthen: «Es war wohl nie so einfach, den FCZ zu schlagen. Tihinen und Rochat draussen, dazu noch die Unterzahl beim Gegner.» Am Schluss mussten Streller und seine Teamkollegen aber froh sein, nicht mit leeren Händen dazustehen. «Wir haben gerade noch das Gröbste verhindert», seufzte der Stürmer.

«Wir haben es verpasst, die nummerische Überzahl zu nutzen», bilanzierte Huggel. Der Mittelfeldspieler freut sich auf Mittwoch: «Das Italien-Spiel ist ein wichtiger Test im Hinblick auf den Match gegen Griechenland.»