Yannik Sprecher

Im letzten Spiel der regulären Saison trat der Schwimmverein Basel am Samstag zu Hause noch einmal gegen den Schweizer Vizemeister Lugano an. «Zufrieden kann man aus sportlicher Sicht mit so einem Resultat wohl nie sein», sagte SVB-Kapitän Michael Gratwohl zu der 9:20-Niederlage. «Aber das Ergebnis entspricht in etwa den Erwartungen und das Spiel stellte einen gemütlichen Saisonabschluss dar.»

Der Abschluss einer Saison zum Vergessen: Von 20 Spielen verloren die Basler jedes bis auf eines, einen Forfait-Sieg. Normalerweise müsste eine Equipe mit derartigen Ergebnissen in den Playouts um den Klassenerhalt kämpfen – was Basel die letzten Jahre auch erfolgreich tat. «Wir sind zwar das schlechteste Team der ersten Liga, aber zu gut, um abzusteigen», so Gratwohl. Dieses Jahr erreichen die Basler jedoch trotz letztem Tabellenplatz die Playoff-Runde und könnten theoretisch um den Meistertitel mitspielen.

Dies aufgrund von geplanten Strukturveränderungen in den Wasserballligen. Die Anzahl Mannschaften in der National Waterpolo League (ehemals Nationalliga A) soll um mindestens zwei Teams, auf insgesamt acht, aufgestockt werden. Da das aufgrund von grossen Fähigkeitsunterschieden, weiten Reisen und höheren Startgebühren für die Zweitligisten nicht sonderlich attraktiv ist, steckt das Projekt noch in der Planungsphase. Eine zweite Änderung betrifft die zumeist sehr starken ausländischen Wasserballer. Bisher durfte jedes Team mit drei Ausländern spielen, neu sind es nur noch zwei. Da es dem SV Basel an Budget fehlt, um starke Verstärkungsspieler zu finanzieren, gereicht diese Veränderung dem SVB wohl zum Vorteil.

Ausserdem sieht der Kapitän das Team in einer demografisch günstigen Position. Die jungen Spieler sind mittlerweile alt genug, um körperlich mithalten zu können, und die Leistungsträger noch nicht zu alt. Weiter sind die Juniorenmannschaften der Basler allesamt sehr stark und schlossen die Saison auf den oberen Tabellenrängen ab. Nicht zuletzt wegen Trainer Istvàn Pinter, der «den Laden» laut Michael Gratwohl mit seinem Einsatz «zusammenhält».

Zwar werden vermutlich nur wenige Jugendspieler dereinst für die erste Mannschaft schwimmen, aber die Hoffnung auf den einen oder anderen Ausnahmekönner besteht dennoch. Die nächsten Saisons
mit weniger ausländischen Gegenspielern, mehr Mannschaften und fähigem Nachwuchs könnten also einiges besser laufen für die Basler. Vorerst wollen sie aber erst einmal die Playoff-Spiele hinter sich bringen und die trainingsfreien Sommerferien geniessen.