Ruedi Kuhn, Winterthur

Showtime Marke FC Aarau? Bitte schön. Der 18-jährige Dejan Jakovljevic spielt einen herrlichen Pass in die Tiefe zum 18-jährigen Loris Benito. Der Linksverteidiger lässt sich nicht zweimal bitten und bedient den beim Elfmeterpunkt freistehenden Marco Aratore. Der 19-jährige vom FC Basel ausgeliehene Mittelfeldspieler schiebt den Ball abgeklärt ins Tor.

Nach 26 Minuten führte der FC Aarau auf der Winterthurer Schützenwiese 2:0. Und das absolut verdient. Nach einem fünfminütigen Startfurioso der Zürcher und einer Chance von Goran Antic übernahm der Super-League-Absteiger das Zepter. Captain Sandro Burki rückte nach zwei Einsätzen in der Innenverteidigung ins zentrale Mittelfeld vor und führte zumindest in der ersten Halbzeit gekonnt Regie. Und als David Marazzi nach 21 Minuten mit einem Flachschuss aus 18 Metern das Skore eröffnete war der Bann gebrochen. Nun lief alles wie am Schnürchen. Nun spielten die Aarauer wie aus einem Guss, versäumten es aber, mit dem dritten Treffer alles klar zu machen.

Studers starke Leistung

Nach dem Wechsel vorerst das gleiche Bild: Der FC Aarau beherrschte den Gegner nach Belieben. Marazzi verpasste nach 64 Minuten und einem Doppelpass mit Aratore das 3:0. Als Antic kurze Zeit später von einem Aussetzer Michael Ludäschers profitierte, stand es plötzlich nur noch 2:1. Jetzt witterte Winterthur Morgenluft und setzte alles auf eine Karte. Am glänzenden Torhüter Sascha Studer war aber kein Vorbeikommen mehr.

Der FC Aarau wäre nicht der FC Aarau, wenn er in der Schlussphase nicht noch ins Zittern gekommen wäre. Statt eine der zahlreichen Konterchancen zu nützen, spielte man mit dem Feuer. Trotzdem. Der Mannschaft von Trainer Ranko Jakovljevic gebührt ein Kompliment. Sie vermochte im sechsten Spiel in der neuen Liga erstmals phasenweise zu begeistern. Der Chefcoach ging sogar noch einen Schritt weiter und sagte: «In der ersten Halbzeit haben wir sensationell gespielt. Danach verpassten wir die frühzeitige Entscheidung, weil uns im Abschluss die nötige Kaltblütigkeit fehlte.»

Mag sein. Trotzdem bleibt am Ende ein positives Fazit. Beim FC Aarau hatte endlich einmal die Jugend das Sagen. Das ist erfreulich. Man darf gespannt sein, was dieses Erfolgserlebnis auslösen wird. Die nächsten Partien gegen Nyon in der Meisterschaft und gegen Bavois im Cup sollten nicht mehr als Pflichtaufgaben sein. Bleibt zu hoffen, dass Aco Stojkov bis zum Spiel in Nyon wieder fit ist. Der Mazedonier fehlte in Winterthur wegen einer Verletzung an der Achillessehne.