Angelo Rocchinotti

«Das ist ein Riesenteam. Während der gesamten Saison bewiesen die Spielerinnen grosse Moral», sagte Erfolgstrainer Beat Naldi. Am Pfingstsonntag gelang «seinen» Frauen vom FC Aarau im Schachen der letzte Streich. Dank einem 4:1-Sieg gegen Gambarogno krönten sie eine herausragende Saison mit dem Aufstieg in die Nationalliga B.

Den Grundstein für diesen Erfolg legten die Vereinsverantwortlichen vor drei Jahren. Beat Baumann vom Aargauischen Fussballverband und Beat Naldi stiessen mit ihrem Ansinnen beim FCA auf offene Ohren.

Den beiden schwebte eine grundlegende Neustrukturierung im kantonalen Frauenfussball vor. «Wir wollen den Frauenfussball im Aargau fördern, indem den vielen jungen Talenten eine professionelle Ausbildung ermöglicht wird.

Es war uns ein Anliegen, die Spielerinnen in einem ansässigen Klub unterzubringen. Sie sollten nicht für die Grasshoppers spielen, sondern in ihrem Heimatkanton Perspektiven finden», sagt Naldi, der zuvor mit Luwin vier Schweizer- Meister-Titel und drei Cupsiege erreicht hatte.

Eindrückliche Bilanz

Der Plan ging auf. Der FC Aarau spannte mit den beiden Vereinen Menzo Reinach und Schöftland zusammen und hatte die Vision, in fünf Jahren in der höchsten Liga zu spielen. Mit dem Erfolg vom Sonntag wurde ein Zwischenziel glanzvoll erreicht.

Die Truppe von Naldi liess in 16 Spielen nur 8 Tore zu. Auch die 67 erzielten Treffer sprechen eine deutliche Sprache. Aarau verlor nicht eine Partie. «Offensiv sind wir teilweise etwas zu wild, aber alle haben bewiesen, dass sie Tore schiessen können. Das Team ist sehr ausgeglichen. Zudem haben wir mit Antonia Albisser und Steffi Kammermann zwei ausgezeichnete Torhüterinnen. Da würden sich einige NLA-Klubs die Finger lecken», schwärmt Naldi.

Für die Aarauerinnen stehen noch die Partien in Worb und gegen Muri auf dem Programm. Dann ist Schluss, auch für Beat Naldi. «Ich teilte dem Verein schon früh mit, dass sie ohne mich planen müssen. Es wird für mich zeitlich nicht mehr möglich sein, das Team auch in der NLB betreuen zu können», begründet der 63-Jährige seinen Entschluss. Ganz aufhören wird er nicht. «Ich bleibe dem Team als Goalietrainer erhalten. Das Team liegt mir sehr am Herzen.» Naldis Nachfolger dürfte diese Woche bekannt werden.

Ruhmreiche Vergangenheit

In der kommenden Spielzeit will sich das Team im Mittelfeld etablieren, nur vier Spielerinnen haben Nationalliga-Erfahrung. Zu grossen Wechseln kommt es kaum. Zwei bis drei Spielerinnen sollen aus dem U18-Team zur ersten Mannschaft stossen. In zwei Jahren wird dann der Aufstieg in die höchste Spielklasse angestrebt. In dieser können die Aarauerinnen auf eine glorreiche Vergangenheit zurückblicken: Zwischen 1971 und 1974 wurden sie viermal Schweizer Meister.