Didier Cuches Geheimnis: Schnelle Ski dank Formel 1

Cuches Sieg-Geheimnis scheint gelüftet: Der Skihersteller Head arbeitet mit einem revolutionären System, abgeschaut aus der Formel 1.

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Daniela Zeman, Kitzbühel

Einst diente der Ski als Fortbewegungsmittel oder gehörte – vor allem in den nordischen Ländern – zur Heerausrüstung. Erst im 18. Jahrhundert wurde in Telemark ein Ski als Sportgerät hergestellt. Seither ist die Entwicklung schnell vorangeschritten, und vor 13 Jahren wurde der Carvingski vorgestellt.

Nun steht die Skiindustrie vor einem neuen Meilenstein: Die Skiabteilung des österreichischen Sportartikelherstellers Head hat ein neues System entwickelt, das als revolutionär zu bezeichnen ist. Einer der ersten Skirennfahrer, der mit dem High-Tech-Ski unterwegs ist, ist Didier Cuche. Nach seinem Double in Kitzbühel werden seine Latten gar als «Wunderwaffen» bezeichnet.

Der Grund: Der Ski hat im Innern einen Chip, der hinter der Bindung eingebaut ist. In dem Chip wird Energie gespeichert, die über einen Sensor für Versteifung der Ski-Enden sorgt. Der Effekt: Die steifen Enden beschleunigen den Ski, und Cuche wird jeweils regelrecht aus den Kurven hinauskatapultiert. Auch Bode Miller und Lindsey Vonn sind mit dem Ski unterwegs.

Technischer Hintergrund

Abgeschaut wurde das Verfahren von der Formel 1. Dort können durch das KERS-System Zusatz-PS aus Bremsenergie gewonnen werden. Im Ski wandelt der Chip die Energie, die durch Bewegung entsteht, in elektrische Energie um. Diese wird im Kern des Skis gespeichert und jeweils am Ende des Schwungs im Heck freigesetzt. Die Sensoren werden programmiert: Je aggressiver der Ski sein soll, desto stärker der Versteifungseffekt im Heck.

An der Sportartikelmesse Ispo in München (7. bis 10. Februar) wird der Wunderski vorgestellt. Und gegenwärtig arbeitet Head auch an einem Modell für die Breitensportler. Laut Head-Rennleiter Rainer Salzgeber soll der Formel-1-Ski auch bald in den Handel kommen.