Jérémy Desplanches schlug in Südkorea im WM-Halbfinal in 1:56,73 an. Damit verbesserte er die nationale Bestmarke, die er vor zwei Jahren in Budapest ebenfalls im WM-Halbfinal aufgestellt hatte, um 13 Hundertstel. Der 24-jährige Genfer dominierte in Gwangju seinen Halbfinallauf vom Start weg und lag durchwegs in Führung. Auf der abschliessenden Crawl-Strecke machte es nicht den Eindruck, als dass Desplanches am Limit schwämme.

Auch im zweiten Halbfinal einige Minuten später war kein anderer Athlet schneller als Desplanches, der schon am Morgen im Vorlauf als Vierter überzeugt hatte. Zweitschnellster am Mittwoch war der Deutsche Philipp Heintz in 1:56,95. Als Dritter folgte der Japaner Daiya Seto (1:57,10) noch vor dem amerikanischen Titelverteidiger Chase Kalisz (1:57,34). Nur Halbfinal-Fünfter war der Australier Mitchell Larkin, der über diese Strecke als Jahresschnellster für die WM gemeldet war.

Erste Schweizer WM-Medaille seit 2007?

Im Final am Donnerstagnachmittag über die kürzere Lagen-Distanz gehört Desplanches nun erst recht zu den Anwärtern auf eine Medaille. Die letzte Swiss-Swimming-Auszeichnung im 50-m-Becken liegt bereits zwölf Jahre zurück. In Melbourne hatte die Tessinerin Flavia Rigamonti über 1500 m Crawl Silber gewonnen.

Desplanches seinerseits war Anfang August 2018 in Glasgow als erster männlicher Schweizer Schwimmer Europameister geworden. Sein grosses Ziel, seit der Genfer im Frühling 2014 nach Nizza zum französischen Erfolgstrainer Fabrice Pellerin stiess, ist eine Top-5-Platzierung an den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio. In Südkorea erbrachte Desplanches einmal mehr den Beweis, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet.

Phelps verliert Weltrekord

Kristof Milak ist an den Weltmeisterschaften in Gwangju über 200 m Delfin mit Weltrekord zu seinem ersten Titel geschwommen. Der 19-Jährige aus Ungarn unterbot in 1:50,73 die zuvor von US-Superstar Michael Phelps seit Ende Juli 2009 gehaltene Bestmarke gleich um 0,78 Sekunden. Dem Südafrikaner Chad le Clos, 2012 Olympiasieger sowie 2013 und 2017 Weltmeister in dieser Disziplin, blieb nur der 3. Rang.

WM-Gold über 200 m Crawl ging wie vor zwei Jahren in Budapest und zum insgesamt vierten Mal an Federica Pellegrini (30). Die Italienerin gewann vor der zwölf Jahre jüngeren Australierin Ariarne Titmus, die am Sonntag über 400 m Crawl die Siegesserie der US-Rekordweltmeisterin Katie Ledecky beendet hatte. Pellegrini ihrerseits hat an Weltmeisterschaften seit 2005 über 200 m Crawl immer zumindest Bronze gewonnen.

Adam Peaty setzte sich über 50 m Brust mit grossem Vorsprung vor den zwei Brasilianern Felipe Lima und Joao Gomes durch. Der Brite komplettierte damit an Weltmeisterschaften zum dritten Mal in Serie das Double über 50 und 100 m Brust. Mixed-Gold über 4x100 m Lagen ging an das australische Quartett, das in 3:39,08 um zwei Hundertstel vor der US-Staffel blieb.