Formel 1
Der Trend spricht für Fernando Alonso

Vor dem Grand Prix von Japan in Suzuka (Morgen 8 Uhr MESZ) können noch immer fünf Fahrer aus eigener Kraft Formel-1-Weltmeister werden. Einzig Fernando Alonso muss dabei nicht gegen einen Teamkollegen kämpfen.

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Fernando Alonso

Fernando Alonso

In der WM-Wertung trennen den in Führung liegenden Mark Webber (202) und den fünftplatzierten Jenson Button (177) lediglich
25 Punkte, was genau der Differenz zwischen einem Sieg und einer Platzierung ausserhalb der Top 10 entspricht. Jeder der vier Gegner könnte Webber mit vier Siegen noch vom WM-Thron stossen, selbst wenn der Australier im Red-Bull-Renault jedes Mal Platz 2 (für welchen es 18 Punkte gibt) belegen würde.

Am meisten Rückenwind verspürt derzeit Fernando Alonso. Der Asturier sammelte im Ferrari seit dem Grand Prix von Deutschland Ende Juli dank drei Siegen und einem 2. Platz 93 WM-Punkte. Einigermassen Schritt zu halten vermochte einzig Webber mit 74 Punkten. Sebastian Vettel brachte es immerhin auf 60 Zähler, wogegen das McLaren-Duo mit 44 (Button)
beziehungsweise 37 Punkten (Lewis Hamilton) mächtig an Terrain einbüsste.

«Der schwierigste Teil»

«Ich weiss, dass der schwierigste Teil noch vor uns liegt», betonte Alonso, der bereits 2006 und 2008 in Japan triumphiert hatte. Drei Rennen in Serie hat der Sieger von Monza und Singapur zuletzt 2006 gewonnen, als er seinen zweiten Titel geholt hatte. Im Vergleich zur Konkurrenz von Red Bull und McLaren hat Alonso zudem den Vorteil, dass bei Ferrari alles auf ihn ausgerichtet ist. Er ist das unumstrittene Alphatier bei der Scuderia, während Teamgefährte Felipe Massa lediglich mitfahren, den Spanier jedoch keinesfalls um Siege und Punkte bringen darf. Da Alonso seit Monza jedoch den letzten der acht erlaubten Motoren im Einsatz hat, würde er beim nächsten Wechsel zehn Startplätze verlieren.

Mit viel Zuversicht geht Sebastian Vettel das Rennen in Suzuka an. Im vergangenen Jahr feierte der Deutsche dort einen deutlichen Sieg. «Wir waren im letzten Jahr in Japan sehr gut, von da her sollte es auch diesmal
passen», erklärte der derzeitige WM-Vierte selbstbewusst. Sein Red-Bull-Teamkollege Mark Webber ist in Japan derweil noch nie auf das Podest gefahren. Er sei jedoch trotzdem optimistisch, betonte der Australier. In der Tat scheint der Kurs mit seinen vielen schnellen Kurven für Red-Bull-Renault wie gemalt zu sein. Im Training am Freitag stellte Vettel vor Webber zweimal die Bestzeit auf.

Südkorea auf der Zielgeraden

Eine Unbekannte in den Rechnungen aller fünf Titelanwärter ist das Rennen in Südkorea, dessen planmässige Austragung am 24. Oktober noch immer nicht ganz gesichert ist. An der neuen Strecke wird nach wie vor gebaut, der Automobil-Weltverband (FIA) hat die Abnahme des Kurses auf kommenden Montag verschoben. Die Veranstalter in Südkorea wiesen zuletzt jedoch erneut alle Zweifel an der rechtzeitigen Fertigstellung der Rennstrecke zurück. «Wir befinden uns auf der Zielgeraden, wir werden es bis zum Event schaffen. Alles läuft nach Zeitplan», liess das Organisationskomitee verlauten. (si)