Colin

Der «Schumi» aus Sisseln

Colin Schuhmacher (12) aus Sisseln: Auf den Spuren des grossen "Schumi".

Schumi aus Sisseln

Colin Schuhmacher (12) aus Sisseln: Auf den Spuren des grossen "Schumi".

Bereits mit vier Jahren sass er zum ersten Mal in einem Kart. Heute braust er mit über 120 Sachen über die Rennstrecke. Wie sein Vorbild «Schumi» will der heute 12-jährige Colin Schuhmacher einmal in der Formel 1 fahren. Er ist auf gutem Weg dazu.

Daniel von Känel

Wäre da nicht das «h», hätte er exakt den Nachnamen seines Idols, Michael Schumacher. Doch auch so wird Colin Schuhmacher auf den Rennplätzen «Schumi» genannt. Schliesslich ist auch er schnell unterwegs, der Bolide ist einfach etwas kleiner. Und Michael Schumacher hat ja damals auch mit Kartfahren begonnen.

GP Schweiz gewonnen

«Mit vier Jahren habe ich begonnen, Elektrokarts zu fahren», erzählt er. Mit sechs habe er bei der Süddeutschen Hallenmeisterschaft mitgemacht. Darauf folgten Rennen in der Schweiz. Im Jahr 2006 wurde er Dritter bei bei der Swiss Kart Challenge. 2007 hat er den GP Schweiz in Wohlen und die Gesamtwertung der Vega-Trophy gewonnen. Das Jahr 2008 lief dann nicht wie gewünscht: Schuhmacher brach die Saison in der Hälfte ab und absolvierte nur noch Trainingsfahrten.

Letztes Jahr dann fuhr er in einer französischen Regionalmeisterschaft mit. Der Grund: Dort sind die verschiedenen Kategorien anders aufgeteilt, was die Gewichtsklassen betrifft. «Colin war in seiner Alterskategorie in der Schweiz immer am oberen Limit», sagt Vater Beat Schuhmacher. Gefährt und Fahrer dürfen nämlich ein Mindestgewicht nicht unterschreiten. Da Colin für sein Alter relativ gross ist, passte er nicht so richtig in seine Kategorie. «In Frankreich passte es besser», sagt Beat Schuhmacher.

Schliesslich resultierte nach den Rennläufen der fünfte Rang was die Qualifikation für die Französische Meisterschaft bedeutet hätte. «Wir wollten in dieser Saison aber vor allem schauen, wie es dort läuft», sagt der Vater, der an den Rennwochenenden mit Colin als Begleiter und «Schrauber» unterwegs ist. So habe man auf die Teilnahme an den gesamtfranzösischen Finalläufen verzichtet. Auch während der letzten Saison ist Colin Schuhmacher gewachsen - und während der Saison fast wieder ans Limit gestossen.

Mit 120 Kilometer unterwegs

Nun kommt ihm eine Reglementsänderung in Frankreich zugute. Er darf schon ein Jahr früher als geplant in der nächst höheren Kategorie fahren. «Der Kart hat jetzt nicht mehr 13, sonder 26 PS», freut sich der junge «Schumi» aus Sisseln. Der Motor hat 125 Kubikzentimeter Hubraum und ist wassergekühlt. Damit sind bestimmt Tempi über 120 Stundenkilometer möglich. Denn: «Schon mit dem kleinen Kart wurden einmal 118 Stundenkilometer gemessen», sagt er.

Am Steuer des neuen karts habe er sich denn auch gleich wohlgefühlt. «Die Umstellung hat wunderbar geklappt», sagt er. Derzeit fahre er den Wintercup mit Rennen in Luxemburg und Frankreich. Zwei Mal ist er bereits aufs Podest gefahren, ist also bereits wieder schnell unterwegs.

Die Geschwindigkeit ist es auch, was ihn fasziniere. Doch einfach mit Gas geben und bremsen sei es noch lange nicht getan. «Es ist sehr anstrengend», sagt er. Es brauche Ausdauer und Kraft. «Vor allem die Fliehkräfte fordern dem Fahrer einiges ab», erklärt er. Da brauche es starke Bauchmuskeln. Nach einem Renntag sei er meistens auch sehr müde.

Jeweils am Freitagabend geht es los, wenn ein Rennlauf ansteht. Am Sonntagabend ist er meist spät wieder zurück. Gehaust wird im Wohnmobil, das sein Vater pilotiert. Schuhmacher gehört zum Bowelux Kart Racing Team aus Luxemburg. Dies habe den Vorteil, dass sie Tipps, ein Coaching und vor allem auch Ersatzteile erhielten, sagt Beat Schuhmacher. Das Ziel für die kommende Saison ist mindestens ein fünfter Platz. Dieses Mal würden sie aber am Finale teilnehmen.

«Er wird vorne mitfahren»

Und wo wird das grosse Vorbild, Michael Schumacher, nach seinem Comeback am Ende der Saison stehen? «Das ist schwierig zu sagen», sagt Colin Schuhmacher. «Ich denke schon, dass er vorne mitfahren wird.»

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