Fussball
Der Schlusspfiff als Erlösung

Die AC Bellinzona und der FC Luzern trennen sich in einem extrem schwachen Spiel 0:0. Damit distanziert Bellinzona die Aarauer um zwei Punkte.

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AC Bellinzona - FC Luzern
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AC Bellinzona - FC Luzern
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Keystone

Ruedi Kuhn, Bellinzona

Spielt die Swiss Football League im Abstiegskampf mit falschen Karten? Spielt sie im Endeffekt sogar das Zünglein an der Waage? Bellinzona-Mittelfeldspieler Gürkan Sermeter jedenfalls nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt: «Dass die Liga die Spiele von Bellinzona und Aarau drei Runden vor Schluss nicht zur gleichen Zeit angesetzt hat ist nicht richtig. Die 0:3-Niederlage des FC Aarau gegen Basel war für uns natürlich eine zusätzliche Moralspritze. Das Ganze war im Schlussspurt der Saison ein nicht zu unterschätzender Vorteil für Bellinzona.»

Klare Worte in Richtung Ligaspitze. Im Gegensatz zu jenem der Teamkollegen war der gestrige Arbeitstag von Sermeter schon um 17 Uhr zu Ende. Wegen einer Oberschenkelzerrung ist für den früheren Aarauer Publikumsliebling momentan Therapie statt Fussball angesagt. Sollte es zwischen den Tessinern und den Aarauern am Sonntag, 16. Mai, im Stadio Comunale zur grossen Finalissima um den Barrageplatz kommen, wäre Sermeter allerdings wieder einsatzfähig. Im Kampf um Sein oder Nichtsein kämen beim 36-jährigen Mittelfeldspieler natürlich spezielle Emotionen auf.

Noch kann im Duell zwischen Bellinzona und Aarau trotz des Zweipunkte-Vorsprungs alles passieren. Nach der Nullnummer der Tessiner gegen Luzern spitzt sich das zähe Ringen um Platz 9 zu. Die Ausgangslage ist nach wie vor äusserst spannend: Vor dem Direktduell gastiert Bellinzona beim FC St. Gallen, die Aarauer empfangen die Grasshoppers. Momentan kann man wohl davon ausgehen, dass die Mannschaft von Cheftrainer Fredy Strasser im letzten Spiel einen Erfolg braucht, um den Barrageplatz noch zu erreichen.

Ohne Motivation und Klasse

Zurück zu Bellinzona gegen Luzern, zurück zu einer Partie, welche die 2500 Zuschauer wahrlich nicht von den Sitzen riss. Was die beiden Mannschaften bei leichtem Nieselregen in der ersten Halbzeit zeigten war schlicht und einfach schlecht. Sehr schlecht. Man wurde das Gefühl nicht los, dass Bellinzona mangels Klasse nicht konnte und Luzern mangels Motivation nicht wollte. Mehr als ein Abtasten lag vor dem Wechsel jedenfalls nicht drin.

Chancen waren Mangelware. Für etwas Stimmung sorgte einzig Angelo Raso, als er nach 43 Minuten David Zibung auf eine ernsthafte Probe stellte. In der zweiten Hälfte gingen die Zentralschweizer etwas engagierter und aggressiver ans Werk. Besser wurde die Partie allerdings nicht.

Im Gegenteil. Zwischen der 46. und der 90. Minute gab es gerade mal eine einzige Möglichkeit. Nelson Ferreira scheiterte fünf Minuten vor Schluss am reflexstarken Matteo Gritti. Dass Cristian Ianu nach 82 Minuten Krampferscheinungen hatte war unglaublich. Der Rumäne bewegte sich nämlich nicht mehr als unbedingt notwendig. Das allerdings galt für fast alle Akteure.

Dass Bellinzona-Trainer Roberto Morinini nach dem trostlosen Gekicke noch positive Worte für seine Mannschaft fand, war ein schlechter Witz. «Bezüglich Einstellung, Einsatz und Kampfgeist bin ich zufrieden. Mehr als ein 0:0 lag gegen ein kompakt agierendes Luzern einfach nicht drin. Wichtig ist es», so Morinini weiter, «dass wir das Schicksal nach wie vor in den eigenen Händen haben.»

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