Der Patient FC Aarau atmet noch

Der Trainerwechsel beim FC Aarau zeigt Wirkung. Steven Lang sorgte mit seinem wunderbaren Tor für den dritten Saisonsieg des FC Aarau . Der 1:0-Sieg lässt die Hoffnungen auf einen Ligaerhalt weiterleben. Trainer Jakovljevic wird auch am Samstag auf der Bank sitzen.

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Felix Bingesser

Das Kantonsspital in Aarau liegt nur einen Steinwurf vom Brügglifeld weg. Dort liegt im übertragenen Sinn seit Wochen und Monaten auch der Patient FC Aarau auf der Intensivstation und kämpft nach 29 Jahren in der obersten Schweizer Spielklasse um die weitere Existenz in der Super League. Und seit gestern Abend, seit dem 1:0-Sieg im «Spiel der letzten Chance» steht fest: Der Patient atmet noch.

Nach dem Rauswurf von Trainer Martin Andermatt stand die Spieler unter Interimscoach Ranko Jakovljevic in der Pflicht. Und sie haben eine Reaktion gezeigt, sie haben gekämpft, sie haben in dieser schicksalshaften Partie den Sieg erzwungen. Und sie dürfen nach diesem insgesamt verdienten Erfolg weiter vom Ligaerhalt träumen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber: Auch den Traum vom Unwarscheinlichen nennt man Hoffnung.

Die nächsten Wochen werden zeigen, wie weit der gestrige Erfolg hilft. Natürlich war die Partie gegen die formschwachen Neuenburger keine fussballerische Kost für Feinschmecker. Der Zweck heiligt die Mittel und spielerisch genügte die Begegnung höheren Ansprüchen in keiner Phase. Das ist aber in der Situation der Aarauer auch nicht. zu erwarten. Zumindest punkto Überzeugung und Entschlossenheit und Kampfkraft verdienten sich die Aarauer gute Noten. In der Mannschaft ist wieder Leben und der dritte (!) Saisonsieg gibt Moral.

Lang widmet Tor Andermatt

Allerdings bleibt das Unterfangen Ligaerhalt weiterhin eine extrem schwierige Aufgabe. «Aber wir haben den Strohhalm gepackt und haben Moral getankt», sagt Sandro Burki. Einer der Spieler, die sich im Vorfeld klar für einen Trainerwechsel ausgesprochen haben. Diese Massnahme haben im übrigen nicht alle Akteure gleich gestützt. Torschütze Steven Lang, zusammen mit Torhüter Ivan Benito und seinem Göttibuben Loris bester Aarauer, widmete seinen Siegtreffer explizit dem entlassenen Martin Andermatt.

Nun, die zuletzt so arg gebeutelten Aarauer Prügelknaben dürfen sich über das Erfolgserlebnis freuen. Mit ihnen auch Interimstrainer Jakovljevic, der auch gestern noch Einzelgespräche geführt hat. Er hat alles richtig gemacht. «Kämpfen, kämpfen, kämpfen. Viel mehr konnte ich der Mannschaft im Vorfeld nicht vermitteln. Ich habe einfach versucht, die Spieler aufzubauen und ihnen Selbstvertrauen zu geben», sagt er

Jakovljevic bleibt im Amt

Jakovljevic wird nach Aussage von Präsident Alfred Schmid auch am Samstag beim Auswärtsspiel in Zürich auf der Bank sitzen. «Wir suchen jetzt keinen Feuerwehrmann. Sondern lassen uns einige Tage Zeit, den richtigen Trainer zu finden, mit dem wir dann auch in die neue Saison steigen. Unabhängig von der Ligazugehörigkeit», sagt Schmid. Klar ist allerdings: Jakovljevic wird dieser Trainer nicht heissen, ihm fehlt die notwendige Lizenz, um einen Super-League-Club zu trainieren.

Und Xamax? «Bougez vos culs», forderten die Fans mit einem Transparent. Was soviel heisst wie «Bewegt Eure Ärsche». Sie haben sie zu wenig bewegt und konnten den Abwärtstrend der letzten Wochen nicht stoppen. Zum Wohle des FC Aarau .

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