Duggingen
Der Kranz ist für alle ein Muss

Duggingen zählt 1390 Seelen und elf Vereine oder Gruppierungen. Der Ort an der Birs gilt als das tiefstgelegene Dorf des Laufentals. Doch «Duggige» ist auf der Höhe, zumindest was den Schiesssport betrifft.

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Schützen

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Eugen Schwarz

Die 1874 gegründete Schützengesellschaft Duggingen (SGD) ist eine verschworene Gemeinschaft. «Natürlich haben auch wir unsere Probleme, aber die konnten wir bisher immer lösen», meint Andreas Dähler.

Zusammen mit 16 seiner Schützenkollegen sitzt der Präsident an einem langen Tisch im Festzelt. Noch hatten die «Dugginger» Zeit, bevor sie gestern Freitag aktiv ins Geschehen am 25. Kantonalen Schützenfest eingriffen. Keine Spur von Nervosität. Die Männer gaben sich gelassen und scherzten. «Wir sind nicht zum Vergnügen da», dämpft ein Schütze die lockere Stimmung. Also doch. «Der Kranz ist für jeden ein Muss.»

Doch die Welt gehe nicht unter, sollte ihn jemand verpassen, versuchte Dähler Druck von den Schultern seiner Kollegen zu nehmen. «Die Geselligkeit werten wir in unserem Verein höher als das Schiessen», ergänzte der Presi.

Mit drei Junioren reisten die Dugginger Schützen ans Kantonale auf den Sichtern. Der Nachwuchs verspricht einiges. So steht zum Beispiel Sven Saladin morgen Sonntag im Final bei den Jugendlichen. «Ein Versprechen sind auch Martin Saladin und Mirko Stuber», ist Markus Zeugin stolz auf den Nachwuchs. Zeugin ist ein Idol für die Jungen. Seit dem Eidgenössischen Feldschiessen vom Mai sowieso. Mit 72 Punkten wurde er zum Schützenkönig gekürt. «An seiner Seite schiessen zu können, motiviert zusätzlich», meinte Mirko. In Zeugins Windschatten schoss der Jungschütze im Sektionswettkampf 90 Punkte - drei Punkte weniger als sein Vorbild.

Kein grosses Schützenfest verpasst

Das 25. Kantonalschützenfest beider Basel in Liestal ist für Roger Vögtlin das erste. Für Franz Saladin hingegen eines unter vielen. Zu seinem ersten Kantonalen legte sich der 81-jährige Veteran 1945 am «Berner» in Biel in den Stand. Ein Jahr später folgte in Chur das erste «Eidgenössische». «Seither habe ich kein grosses Schützenfest mehr verpasst», bilanziert der SG-Ehrenpräsident und Mitbegründer des Jodlerklubs «Mis Dörfli» Duggingen. «Er ist unser aller Vorbild», würdigt Andreas Dähler Saladins Schaffen für das Dorf und die Vereine.

Die Dugginger Schützen finanzieren sich durch Mitglieder- und Gönnerbeiträge sowie die Vermietung ihres Schützenhauses. «Es dürften noch ein paar Vermietungen mehr sein», sagt Arthur Weber.

Die Sanierung des Scheibenstandes, an der sich auch die Gemeinde beteiligte, hat die Kasse strapaziert. Trotzdem liegt auch heuer ein zweitägiger Ausflug der Schützen mit ihren Familien ins Bündnerland drin. Dieser etwa alle vier Jahre stattfindende Anlass ist den Schützen wichtig, wie auch die Organisation des Banntages. «Das ist unser Beitrag und Dank an die Dorfgemeinschaft», sagt Andreas Dähler.