Unihockey
Der Kapitän, der auch in Seenot Ruhe bewahrt

Matthias Hofbauer, Captain der Schweizer Nationalmannschaft, vor der Weltmeisterschaft in Helsinki.

Michael Lüthi
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Er ist bescheiden, einfach und steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Ruhig, sachlich und intelligent pflegt er zu analysieren. Matthias Hofbauer (29) aus Bätterkinden, Wirtschafts-Student und bester Unihockeyaner des Landes. Er drückt der Schweizer Szene seit Jahren seinen Stempel auf, bricht Rekord um Rekord. Er ist die dominante Figur auf dem Feld, ist ein genialer Vorbereiter, aber auch ein eiskalter Vollstrecker.

Der Berner ist ein Vorbild für die Jungen, ein Kämpfertyp, ein Reisser. Einen wie ihn darf man nie abschreiben. Er ist der Typ, der genau im richtigen Moment das richtige Rezept parat hat. Bestes Beispiel: die WM 2008 in Prag. Es sind schwierige Titelkämpfe für den Nati-Captain, er kommt während des ganzen Turniers nicht so richtig in Fahrt. Dann im Bronze-Spiel gegen Tschechien schiesst er 131 Sekunden vor dem Ende das 4:4 und sein Team in die Overtime, wo Stucki die Schweiz zur Medaille schiesst - typisch Hofbauer.

Überall ist er der Captain

Matthias Hofbauer ist in der Nationalmannschaft der Mann der Rekorde. Er bestreitet ab dem vierten Dezember in Helsinki bereits seine sechsten Weltmeisterschaften - Rekord. 107 Länderspiele hat er bereits bestritten - Rekord. Dabei erzielte er 134 Skorerpunkte (77 Tore/57 Assists) - Rekord. Und überall, wo Hofbauer spielt, ist er der Captain, der verlängerte Arm des Trainers. Nicht nur in der Nati, sondern auch bei Wiler-Ersigen und sogar oben in Schweden bei IBK Dalen war er der Teamführer.

Der Bätterkinder zeigt sich so kurz vor der WM in Topform, so stark wie schon lange nicht mehr. Mit 32 Punkten ist er bester Skorer der Liga. Für die Welttitelkämpfe in Helsinki ein gutes Omen. Wie immer treten die Eidgenossen in Finnland als Medaillen-Anwärter an. An den bisher sieben Austragungen gabs für die Schweiz fünfmal Edelmetall - einmal Silber war dabei das höchste der Gefühle.
«Alle warten in Helsinki auf das grosse Final Schweden gegen Finnland.

Das wollen wir denen vermiesen», sagt Matthias Hofbauer. Aber er betont auch: «Es wir immer schwieriger die Bronzemedaille zu holen. Tschechien hat mächtig aufgeholt. Wir haben aber auch nach vorne Boden gutgemacht. Wir hätten das Potenzial nach oben.» Es sei das unglaublich grosse Reservoir an Klassespielern, das die Skandinavier so stark mache. «Hier in der Schweiz werden in der Meisterschaft vornehmlich die Ausländer forciert. So kommen wir nicht weiter.» Der grosse Mann freut sich auf seine sechsten Titelkämpfe: «Eine WM ist das Schönste, das man erleben kann.»