Der FCZ am Ziel seiner Träume

Die fliegenden Zürcher: Nach dem Rückspiel gegen Ventspils kannte der Jubel keine Grenzen.

FCZ Sieg

Die fliegenden Zürcher: Nach dem Rückspiel gegen Ventspils kannte der Jubel keine Grenzen.

Nach dem 3:0-Sieg in Riga gewann der FCZ vor 9050 Zuschauern in St. Gallen das Rückspiel der Champions-League-Playoffs gegen Ventspils 2:1 und ist damit definitiv Königsklassenteilnehmer. Der FCZ ist nach GC, Basel und Thun der vierte Schweizer Champions-League-Teilnehmer.

Markus Brütsch, St. Gallen

Eigentlich ist es nach dem 3:0-Auswärtssieg in Riga gegen Ventspils nur noch eine Vollzugsmeldung: Der FC Zürich steht erstmals in der Champions League und misst sich ab September mit den Grossen wie Barcelona, Real Madrid, Inter Mailand oder Manchester United. Mit wem genau, entscheidet sich erst morgen Donnerstag in Monaco bei der Gruppenauslosung ab 18 Uhr. «Meine Lieblingsmannschaften sind Barcelona und Liverpool», hofft Trainer Bernard Challandes. Die Ziehung jedenfalls verspricht spannender zu werden als als das gestrige Rückspiel in der St. Galler AFG Arena. Nicht überraschend war der FC Zürich auch diesmal die in allen Belangen bessere Mannschaft. Dass er sich aber mit einem kargen 2:1 begnügen musste, war angesichts des eklatanten Chancenplus´ ein Hohn. «Ich bin zufrieden, wir haben auch nach dem 1:1 die Souveränität nicht verloren», sagte dennoch Challandes.

Kein Schaulaufen trotz früher Führung

Allerdings war es nicht - wie nach dem frühen Führungstor Vonlanthens vielleicht zu erwarten gewesen wäre - zum grossen Schaulaufen des FCZ gekommen. Nur zwei Minuten danach hatten die Letten durch den Moldauer Tigirlas mit einem tückischen und präzisen Flachschuss aus 22 Metern ausgeglichen. Von ihrem neuen italienischen Trainer Nunzio Zavettieri angetrieben, befreiten sie sich sporadisch aus der Zürcher Umklammerung und schafften es tatsächlich, den Schweizer Meister zu erschrecken. Freistehend kam ihr Mittelfeldspieler Chirkin nach 38 Minuten in bester Abschlussposition zum Schuss, doch irgendwie schaffte es der Zürcher Goalie Leoni, den Ball in Corner zu lenken. Hätten die Letten diese erstklassige Chance zum 2:1 genützt und wären damit «nur» noch zwei Tore vor dem totalen Umschwung gestanden, wer weiss, welches Nervenflattern den FC Zürich erfasst hätte.

Zum Glück aber blieb es ihm erspart, diese Frage zu beantworten. Nicht indes die Kritik, in der Abwehr noch nicht reif für die Champions League zu sein. In Riga waren Ventspils zwei hundertprozentige Chancen zugestanden worden, am Samstag dem FC Luzern gar ein halbes Dutzend wirklich guter Möglichkeiten und nun erneut dem lettischen Champions deren zwei. «Vielleicht können wir im Transferbereich noch etwas machen», sagte Challandes. Vermutlich ist es aber mehr seine Hoffnung als die echte Absicht des Vereins.

Aber bei aller Klasse, die der FC Zürich im Spiel nach vorne mit Vonlanthen, Alphonse, Margairaz, Djuric und den gestern erst spät eingewechselten Abdi - er erzielte in der Nachspielzeit mit einem Kopfball das 2:1-Siegtor - und Hassli verkörpert, ist nicht davon auszugehen, dass er in der Champions League gegen Europas hochkarätigste Verteidigungen die defensiven Defizite wettmachen kann. Selbst wenn er mit dem erstaunlichen Vonlanthen einen Spieler dazugewonnen hat, der nun bereits sechs Pflichtspieltore geschossen hat und beim FCZ so richtig aufzublühen scheint.

Meistgesehen

Artboard 1