Erstmals unter Thorsten Fink verlor der Schweizer Meister zwei Spiele in Folge in der Meisterschaft. Nach einem schwachen Auftritt beim 0:1 in Bellinzona unterlag der FCB am letzten Samstag trotz spielerischer Dominanz auch dem FC Luzern 1:4 und gab damit die Leaderposition in der Tabelle preis. «Die Meisterschaft wird kein Selbstläufer. Wenn wir gegen einen vermeintlichen Abstiegskandidaten wie Bellinzona nur 90 Prozent Leistung abliefern, dann reicht es eben nicht», so Fink.

Partie kommt zum richtigen Zeitpunkt

Wegen der zwei Niederlagen lässt sich der 42-Jährige aber nicht aus der Ruhe bringen: «Wir haben in der letzten Saison schon schwierigere Situationen überstanden. Meine Mannschaft hat genug Selbstbewusstsein. Wir werden die Kurve wieder kriegen.» Für den ehemaligen Bayern-Professional kommt die Partie gegen Tiraspol zum richtigen Zeitpunkt. Dass die Spieler womöglich unbewusst aufgrund der Playoff-Partien die Konzentration zuletzt etwas vermissen liessen, schliesst der Deutsche nicht aus.

Fink hat in seinem Premierenjahr am Rheinknie mit dem Gewinn des Doubles und der Qualifikation für die Europa-League beinahe das Maximum erreicht. Um endgültig aus dem grossen Schatten seines Vorgängers Christian Gross zu treten, fehlt ihm allerdings noch etwas: die erfolgreiche Qualifikation für die Champions League. Die grosse Bühne des europäischen Fussballs hat Fink in seiner Karriere bisher nur als Spieler betreten. «Ich weiss aber, dass ich früher oder später auch als Trainer in die Champions League kommen werde», gibt sich der gebürtige Dortmunder gewohnt selbstbewusst.

Es geht um viel Geld

In der zehnjährigen Ära von Gross erreichte der FCB 2002 und 2008 die Königsklasse und legte dank der Millioneneinnahmen die Basis, um zum Krösus der nationalen Fussballszene aufzusteigen. Auch gegen Tiraspol geht es für den FCB um viel Geld. Bei einer allfälligen Qualifikation dürften dank Fernsehgeldern, Uefa-Prämien und Zuschauereinnahmen rund 25 Millionen Franken in die Kassen der Bebbi fliessen. «Vor
allem für den Klub wäre die Qualifikation sehr wichtig», so Fink.

Da sich in der kommenden Saison der Schweizer Meister direkt für die Gruppenphase der Champions League qualifizieren wird, sieht Fink eine «einmalige Chance», um sich längerfristig in der Crème de la Crème Europas festzusetzen. Zumal es in diesem Jahr das Los mit dem FCB gut meinte. Sheriff Tiraspol ist auf dem Papier das schwächste der fünf Teams, die den Baslern hätten zugelost werden können. «Wir dürfen uns aber nicht in Sicherheit wiegen», warnt Fink, «Sheriff ist eine gefährliche Mannschaft, defensiv sehr stabil und nur schwer zu knacken.» (si)