FC Aarau

Der FC Aarau verliert gegen Luzern 1:2

FC Aarau gegen Luzern

FC Aarau gegen Luzern

Eine lethargische erste Halbzeit – «Wir müssen diese Konzentrationsfehler endlich abstellen », fordert Aaraus Trainer Martin Andermatt.

FRANÇOIS SCHMID-BECHTEL

Fünf von sieben Gegentreffern in der Rückrunde hat der FC Aarau nach Standardsituationen erhalten.
Jene drei beim 6:3 gegen Bellinzona sind zu verkraften. Jene gegen Basel und Luzern indes kosteten Punkte. Tore nach Standardsituationen zu verhindern, hat nichts mit Talent, sondern mit Wille, Konzentration, Teamwork und Engagement zu tun. Umso ärgerlicher ist es, wenn ein Team wie der FC Aarau, das nicht mit übermässig viel Talent gesegnet ist, solche Gegentreffer kassiert und im Gegenzug zu nachlässig mit Freistössen und Eckbällen umgeht.

Gegen Basel wars der eingewechselte Mustafi, der seinen Defensivauftrag gegen Cagdas vernachlässigte und den Türken ungehindert zum 1:2 köpfeln liess. Gegen Luzern war es Patrick Bengondo, der Yakin nicht am 0:1 hinderte. Schuld trägt auch Torhüter Ivan Benito, der nichts unternommen hat, um den nahe aufs Tor gezogenen Eckball von Renggli zu entschärfen. Der FC Aarau hat nur eine Chance, die Klasse zu halten, wenn er die spielerischen Defizite mit Standardsituationen kompensiert. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die Defizite werden durch teilweise dilettantisches Verhalten akzentuiert.

Symptomatisch der Auftritt in der ersten Halbzeit. Andermatt ging das Risiko ein, wegen Elmers Sperre die linke Seite mit Loris Benito und Neuzugang Mobulu M'Futi neu zu besetzen. Ein Fehler. Der 18-jährige Benito war bald überfordert. Einerseits, weil er nach der Verwarnung in der 12. Minute blockiert war. Andererseits, weil die Unterstützung mangelhaft war. M'Futi ist kein Defensivspezialist. Und Nebenmann Stoll kämpft zu sehr mit sich selbst, um gleichzeitig auch noch organisatorische Aufgaben übernehmen zu können. Was auch für Baykal und Bastida gilt. Mit dem 0:2 zur Pause war der FC Aarau noch gut bedient.

«Mit dem Auftritt in der ersten Halbzeit kann ich nicht zufrieden sein», resümierte Andermatt. «Immerhin haben wir uns nie aufgegeben. Das gibt mir Zuversicht.» Der bedauernswerte Benito blieb nach der Pause draussen, Marazzi kam, Stojkov vergrösserte seinen Aktionsradius, Bastida rückte weiter nach vorne und Baykal gewann an Sicherheit. Plötzlich war kein Klassenunterschied mehr zu erkennen. Und als Stojkov einen Fehler von Seoane zum Anschlusstreffer nutzte, kehrte so etwas wie Hoffnung ins Brügglifeld zurück. Doch Aarau fehlten die spielerischen Mittel, um die Innerschweizer ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Beim FC Luzern war man indes gespannt auf den Auftritt der beiden Künstler Davide Chiumiento und Hakan Yakin. Weil der Appenzeller von Ottmar Hitzfeld im Gegensatz zu Yakin für das Länderspiel gegen Uruguay aufgeboten wurde, beschwor der Boulevard vor dem Spiel atmosphärische Störungen zwischen den beiden hervor. Davon war nichts zu sehen. Die beiden suchten und fanden sich. 18 von 40 Zuspielen Chiumientos waren für Yakin bestimmt. Yakin spielte jeden vierten Pass auf Chiumiento. Ausserdem war Yakin an der Aktion zum 2:0 durch Chiumiento beteiligt. «Bei uns ist es halt
wahnsinnig langweilig, weil Ruhe herrscht», so der ironische Kommentar von Luzerns Trainer
Rolf Fringer.

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