Der FC Aarau und die schwierige Suche nach einem Abwehrchef

Nach dem Abstieg in die Challenge League blieb beim FC Aarau kaum mehr ein Stein auf dem andern. Das Geld ist knapp. Statt an der Transferfront zu wirbeln, muss sich Urs Bachmann mit kleinen Fischen zufrieden geben.

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Ruedi Kuhn

Das Fussballgeschäft ist unberechenbar. Was heute noch Gültigkeit hat, kann sich morgen in Luft auflösen. Kaum einer weiss das so gut wie Aaraus Sport-Koordinator Urs Bachmann. Ein Beispiel gefällig? Bitte schön. Spricht man Aaraus neuen Mann an der Transferfront auf die Suche nach einem Abwehrchef und Innenverteidiger an, so kommt er ganz schön ins Grübeln.

Wer war da beim Verein vom Brügglifeld nicht schon alles im Gespräch? Kontakte gab es viele. Zu einem Vertragsabschluss kam es nicht. Absagen erhielt Bachmann von Selver Hodzic, Stéphane Sarni und von Gerardo Seoane. Die Vorstellungen und Launen der Spieler sind das eine, die ihrer Berater das andere. Dass es in den Reihen der Spielervermittler weisse, graue und schwarze Schafe gibt, weiss Bachmann aus eigener Erfahrung.

Fredy Strasser - der Lehrmeister

Bachmann wohnt in Suhr in der Nähe des Stadions Brügglifeld, ist 57 Jahre alt und war bis 2009 in der Geschäftsleitung einer Migros-Genossenschaft tätig. Heute arbeitet er als selbstständiger Unternehmensberater. Zum Posten des Sport-Koordinators kam er wie die Jungfrau zum Kind. Bachmann sprang im Februar und nach dem Rücktritt von Sportchef Fritz Hächler in die Bresche. Seit Juli arbeitet er auf Mandatsbasis. So ganz nebenbei ist der Wahlaargauer auch noch Präsident des Teams Aargau U21.

Beim FC Aarau absolviert Bachmann, der seit vier Jahren im Verwaltungsrat ist, so etwas wie eine Transferlehre. «Glücklicherweise», sagt er, «habe ich mit Fredy Strasser einen guten Lehrmeister an meiner Seite. Von seinen Kontakten und Erfahrungen in der nationalen und internationalen Szene kann ich profitieren. Besonders aufgefallen ist mir», so Bachmann weiter, «dass sehr viele Spieler aus dem In- und Ausland einen Job suchen.»

Der Sohn ist Torhüter

Aufgewachsen ist Bachmann im bernischen Köniz, hat dort die Primar- und Sekundarschule besucht und nach dem KV an der Fachhochschule studiert. 1984 zügelte er nach Suhr und war als Finanzchef der Migros Aargau-Solothurn tätig. Bachmann ist mit Brigitta verheiratet und hat zwei Kinder. Der 19-jährige Sohn Philipp ist Torhüter und spielte in der vergangenen Saison fürs Team Aargau U21. Bachmann junior gilt als Talent und zählt neu genauso wie Joël Mall und Sascha Studer zum Kader der ersten Mannschaft.

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