Der Ball soll für die Senioren rollen

Senioren- oder Veteranenspieler sind im Fussballverein eine wichtige Stütze. (Bild: Oliver Menge)

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Senioren- oder Veteranenspieler sind im Fussballverein eine wichtige Stütze. (Bild: Oliver Menge)

Dem FC Utzenstorf gehen die Veteranenspieler aus – oder sie überaltern. Deshalb will der Fussballverein mit der wiederbelebten Seniorenmannschaft den Nachschub sichern.

Julian Perrenoud

Montag, 19.30 Uhr: Auf dem Fussballplatz von Utzenstorf schieben sich fünf Männer den Ball zu. Sie gehören zum neuen Seniorenteam, das der FCU bis im Sommer bilden will. Unter ihnen ist Mario Jordi, der gegenwärtig fürs anderthalbstündige Training verantwortlich ist. Im Sommer soll ein richtiger Trainer diese Arbeit übernehmen. «Bis dahin wollen wir eine schlagkräftige Truppe aufstellen», sagt Jordi.

Will heissen, bis 18 Spieler zwischen 32 und 40 Jahren. Noch fehlen dem früheren Aktivfussballer dazu ein Dutzend Spieler. Trotzdem gibt er sich optimistisch: Drei Personen hätten sich fürs erste Training abgemeldet und einer sei am Montag spontan hinzugestossen.

Der «Nachwuchs» fehlt

Falls die Mannschaft genügend gross wird, will der 33-jährige Jordi mit ihr an der Seniorenmeisterschaft teilnehmen, ansonsten aber weiterhin Spiele auf Freundschaftsbasis austragen.

Trainiert wird immer Montagabends. Auch die Ernstkämpfe würden unter der Woche stattfinden. Am Wochenende befürchtet Jordi zu viele Ausfälle: «Beruf und Privatleben geniessen Priorität. Unsere Spieler sollen Freude am Sport haben und den Ehrgeiz hinten anstellen.» Mit der Freude komme automatisch die Motivation, ist der Verkaufsleiter einer Einrichtungsfirma überzeugt.

Drei Aktiv-, acht Juniorenmannschaften und ein Veteranenteam stellt der FC Utzenstorf. Dass der Verein nach über zehn Jahren wieder eine Seniorenmannschaft aufbaut, freut besonders den Präsidenten, Werner Kumli: «Unsere Veteranen sind mit 50 Jahren überaltert. Der ‹Nachwuchs› fehlt.» Unter Nachwuchs versteht Kumli Fussballer ab Mitte 30. Mangels Interesse ging früher die Seniorenmannschaft verloren - heute kommen dem Verein die Spieler abhanden, die ihre Aktivkarriere beenden.

Senioren sind vereinsdienlich

So ist laut Kumli bis heute eine Lücke entstanden. Mitglieder gingen verloren. Dem will der Verein mit der reanimierten Seniorenmannschaft entgegenwirken. Zudem seien in letzter Zeit viele neue Leute nach Utzenstorf gezogen. «Darunter sind vielleicht auch einige Fussballverrückte», hofft Kumli.

Senioren- und Veteranenspieler erweisen sich als äusserst vereinsdienlich: Sie engagieren sich ehrenamtlich oder helfen bei Vereins- und Dorfanlässen mit. «Um den Spielbetrieb der Aktiven aufrecht zu erhalten, braucht es weder Senioren noch Veteranen», sagt Kumli. «Für den Verein aber sind sie lebenswichtig.»

Auch für den neuen Senioren-Spielertrainer Jordi ist das Vereinsleben ein wesentlicher Aspekt: «Der Utzenstorfer Fussballclub besitzt eine gute Infrastrukur. Diese wird von der Gemeinde hervorragend unterhalten.» Da sei es unabdingbar, dass man die Teamfähigkeit fördere und seinen Beitrag zum Wohle der Gemeinschaft leiste.

Der Verein zeigt sich offen

Die bestehende Veteranenmannschaft von Utzenstorf hat sich bereits mit jener von Koppigen zusammengeschlossen. Wie Jordi sagt, sei auch das neue Seniorenteam offen für Spieler anderer Gemeinden: ob Fussballer oder nur Fussball-Interessierter, ob aus Bätterkinden, Kräiligen oder Gerlafingen ist nebensächlich. Jordi war neben der Aktivzeit als Spieler schon Sportchef beim FC Utzenstorf. Auf den Fussball will er auch künftig nicht verzichten. Genau wie sein Vater: Der schiesst mit 60 Jahren zwar keine Tore mehr, besucht aber weiter angefressen die Spiele.

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