FC Zürich

Das Team wird mit Ignoranz bestraft

Harte Zeiten: Ancillo Canepa, Präsident FC Zürich

Ancillo Canepa

Harte Zeiten: Ancillo Canepa, Präsident FC Zürich

Seit einer Woche herrscht zwischen Klubführung und Team Funkstille.

Kein Zweifel, Ancillo Canepa ist noch immer angefressen. Mächtig angefressen sogar. Die so unerwartet gekommene 2:3-Niederlage im Letzigrund hat den Präsidenten des FC Zürich bis ins Innerste erschüttert. «Das waren meine schlimmsten 90 Minuten beim FCZ», sagt Canepa. Auch Sportchef Fredy Bickel hat eine Woche der Aufarbeitung dieser Partie noch nicht genügt, um in Maribor zur Tagesordnung überzugehen.

Canepa und Bickel strafen die Mannschaft seit dem letzten Mittwoch quasi mit Verachtung, mit Ignoranz auch. «Ich habe mit keinem seit der letzten Woche auch nur ein Wort gesprochen», sagt Canepa. Etwas vom Wenigen, welches die Spieler von Bickel - in harschem Ton - zu hören bekamen: «Ihr sitzt am falschen Tisch!»

Die Atmosphäre beim FCZ zwischen Management und Team ist eisig. Canepa und Bickel fühlen sich nach dem Hinspiel verraten und verkauft. Ihr Rückzug in den Schmollwinkel hat indes auch Kalkül. «Wir wollen damit durchaus etwas provozieren», sagt Bickel.

Es geht um Prestige und Geld

Eine Trotzreaktion soll die Mannschaft in Maribor zeigen. Es geht um das sportliche Prestige und um eine Stange Geld. Mindestens 12 Millionen hätte der FCZ auf sicher, sollte er in die Königsklasse einziehen. «Der sportliche Aspekt steht klar im Vordergrund», sagt Canepa, «aber klar ist auch, dass wir im wirtschaftlichen Bereich über die Bücher müssten, sollten wir scheitern.»

Aha, dann würde der schon vor der Saison erwartete Teilausverkauf beim FCZ also womöglich schon morgen Donnerstag beginnen? «Ganz und gar nicht», sagt Canepa, «es bleibt dabei, wir halten die Mannschaft zusammen. Wir müssten aber sicher neue Einnahmequellen erschliessen.»

Noch aber kann sich alles zum Guten wenden. «La Chaux-de-Fonds hat einmal zu Hause gegen Benfica 6:2 gewonnen und auswärts 0:5 verloren», kramt der FCZ ganz tief in der Europacup-Historie, um sich Mut zu machen. Die Hoffnung stirbt eben wirklich zuletzt. (br)

Meistgesehen

Artboard 1