FC Aarau
Das Schicksal ist besiegelt: Der FC Aarau steigt ab

Eine märchenhafte Fussball-Geschichte ging gestern abrupt zu Ende. Der FC Aarau verliert 1:4 gegen GC. Und steigt nach 29 Jahren in der höchsten Schweizer Liga in die Challenge League ab.

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Das Schicksal ist besiegelt: Der FC Aarau steigt ab

Das Schicksal ist besiegelt: Der FC Aarau steigt ab

Felix Bingesser

Den Mythos der Unabsteigbaren gibt es nicht mehr: Nach 29-jähriger Zugehörigkeit zur obersten Spielklasse muss der FC Aarau den bitteren Gang in die Challenge League antreten. Aarau unterlag nach einer schwachen Darbietung gegen GC mit 1:4 und steht nach dem gleichzeitigen Sieg von Bellinzona in St.Gallen als direkter Absteiger fest.

Eine Überraschung ist dies nicht. Im Gegenteil: Es ist eine fast märchenhafte Erfolgsgeschichte, dass sich der Verein während dreier Jahrzehnte in einer Liga halten konnte, in die er von der wirtschaftlichen Potenz, der Infrastruktur und dem Zuschauerpotenzial eigentlich gar nie richtig hingehört hat.

Trotzdem: Der biedere FC Aarau hatte nach seinem Aufstieg im Jahr 1981 sein Provinzmäntelchen bald abgestreift und im Konzert der Grossen komplexlos mitgespielt. Der FC Basel, der FC Zürich und die Young Boys sind in dieser Zeit abgestiegen. Der FC Aarau nicht.

Der Verein war auch Katalysator für grosse Trainer- und Spielerkarrieren. Er hat wundersame Geschichten geschrieben, war Cupsieger und Meister. Und er hat seinen Platz in der obersten Klasse dank viel Cleverness und Geschick immer wieder verteidigt.

Dass die Luft bei dieser Gratwanderung immer dünner wurde, ist keine Überraschung. Und insofern entbehrt es nicht einer gewissen Logik, dass es nun auch den FC Aarau einmal erwischt hat. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und in den letzten Wochen hat sich das Team vehement gegen das fatale Schicksal gestemmt. Erfolglos. Dass gestern nach Spielschluss noch einige unbelehrbare Chaoten das Spielfeld stürmten, ist eine kleine unrühmliche Randnotiz an diesem schwarzen Abend.

Sinnbildlicher und vorbildlicher war der würdige Abgang von Torhüter Ivan Benito, der sich mit Tränen in den Augen als einziger Spieler von den Fans verabschiedete. Benito ist eine Integrationsfigur des Klubs – eine der ganz wenigen. Auch dies ist einer der Gründe, warum der Klub den Fall in die Zweitklassigkeit nicht verhindern konnte.

Sportlich ist die Saison gelaufen. Das nächste Schlüsseldatum folgt aber schon bald. Am 13. Juni stimmen die Aarauer Stimmbürger über die Zonenordnung im Torfeld Süd ab. Aarau braucht ein neues Stadion. Und ein «Ja» an der Urne wäre in diesen schweren Stunden ein Bekenntnis zum Klub und zum Spitzenfussball im Aargau.