Das Neujahrs-Cüpli haben sich alle verdient

Das Neujahrs-Cüpli haben sich alle verdient

Das Neujahrs-Cüpli haben sich alle verdient

Das Neujahrs-Cüpli haben sich alle verdient

Jahresendspurt der Spitzen- und Breitensportler beim 31. Gippinger Stauseelauf

An Silvester hat sich das Wetter definitiv nicht von der Sonnenseite gezeigt – es goss teilweise wie aus Kübeln. Doch das scherte die rund 1200 Läuferinnen und Läufer am Gippinger Stauseelauf überhaupt nicht: Mit guter Laune, voller Tatendrang und den richtigen Kleidern trotzten sie und die vielen Zuschauer dem Regen.

Helen Dietsche

Das Rascheln der Regenhosen vermischt sich mit dem Prasseln der Regentropfen und neben diesen Geräuschen hört man Speaker André Merkis Stimme: «Mit einem Regenschirm in der Hand ist es nicht einfach, den Sportlerinnen und Sportler gebührend zuzuklatschen, aber auch ein lautes Hopp sorgt schon für eine gute Stimmung.» Und genau diese Stimmung ist es, die Gippingen Jahr für Jahr an Silvester zum Treffpunkt für Laufbegeisterte macht.

«Tempomacher» an der Strecke

Marianne Jäger und Willi Mosimann stehen weder klatschend noch rufend am Streckenrand. Sie spornen die Vorbeilaufenden glockenschwingend zu Höchstleistungen an und verbreiten eine ansteckende Begeisterung. Die beiden gehören zur Läufergruppe Mutschellen und betreuen ihre acht Laufkolleginnen und -kollegen im Alter von 50 bis 68 Jahren. «Normalerweise laufen wir mit. Leider sind wir im Moment beide ausser Gefecht gesetzt. Willi hat Hüftprobleme und ich eine Zerrung», erklärt Marianne Jäger. Die zwei sind alte Hasen, was «Laufen im Alter» anbelangt. «Wichtig ist, dass man zwischen den einzelnen Trainings die nötigen Pausen einschaltet und die Aufwärmphasen für den Körper anpasst», erklärt Willi Mosimann. Auf die Frage, ob sie besonders auf die Ernährung achten, entgegnet Marianne Jäger spontan: «Ich esse mit Genuss. Das schliesst nicht aus, auch gesund zu essen.»

Garderobengespräche

Keuchend, schnaufend, lächelnd und dampfend erreichen die Läuferinnen und Läufer – vom fünfjährigen Knirps bis zur 73-jährigen Rentnerin – das Ziel. Nach der ersten Verschnaufpause nehmen alle den Pin für die
Sammlung und eine kleine Stärkung entgegen und kompensieren den Flüssigkeitsverlust mit einem Getränk vom Stand nach dem Zieleinlauf.

Und dann geht es ab in die Garderobe in der 500 Meter entfernten Mehrzweckhalle in Leuggern. In lockerer Stimmung wird geduscht, werden Erfahrungen ausgetauscht und wird – zumindest in der Damengarderobe – viel geredet. Lilo Iten aus Gebenstorf ist zufrieden mit ihrer Leistung und verkündet: «Wir sind alle um den Stausee gelaufen. In welcher Zeit, spielt keine Rolle. Das Cüpli heute Abend haben wir uns auf jeden Fall verdient.»

Gebenstorfer Fanmeile

Ganz besonders stolz sind die Gebenstorfer Läuferinnen und Läufer
auf ihre eigene Fanmeile. Sie befindet sich auf der Klingnauer Seite des Stausees, dort, wo früher die «Stumpenbrücke» stand. «Weil wir nie wissen,
wo unsere Fans stehen, ist das der schnellste Kilometer, da geben wir immer richtig Gas», sagt Lilo Iten und schielt zu ihrer Kollegin Isabelle Meinen hinüber. Diese frottiert ihren Lockenkopf und zieht sich schöne rote Unterwäsche an. «Wisst ihr, dass es in Italien ein Brauch ist, an Silvester rote Unterwäsche zu tragen? Es soll Glück bringen», erklärt sie.Und das wünschen sich die sportlichen Damen auch im neuen Jahr. Doch nicht nur das. Da und dort hört man zum Abschied den Gruss «Bliib gsund und schnäll».

Meistgesehen

Artboard 1