Der Weltrangisten-Erste und Jungvater jagt in New York seinen sechsten US-Open-Titel in Serie und die 16. Major-Trophäe insgesamt. Federer spielt in den kommenden zwei Wochen auch darum, als erster Crack seit Bill Tilden (1920 bis 25) die offenen amerikanischen Meisterschaften sechsmal in Serie zu gewinnen. Falls Federer mindestens die Achtelfinals erreicht, bleibt er auch nach Flushing Meadows die Nummer 1, ansonsten könnte ihn Andy Murray ablösen.

Kaum jemand zweifelt daran, dass Federer auch am übernächsten Wochenende noch dabei ist, wenn wie immer und auf Druck der US-Fernsehstationen am Samstag und Sonntag die besten Vier den Champion ermitteln. Einerseits hat der Baselbieter in 16 der letzten 17 Majors das Endspiel erreicht, andererseits ist er der derzeit heisseste Spieler auf der Tour und möchte nur zu gerne zum vierten Mal nach 2004, 2006 und 2007 ein Jahr mit drei Major-Trophäen beenden.

Nach einem für seine Verhältnisse mässigen Saisonstart hat er im ganz grossen Stil zurückgeschlagen. Seither hat er die Titel in Madrid, Roland Garros, Wimbledon und Cincinnati geholt, in 27 Partien nur einmal verloren. Und last aber definitely not least ist er ja auch Vater von weiblichen eineiigen Zwillingen geworden.

Aufgrund der Auslosung sollte es kein vorzeitiges Ende des grossartigen Sommermärchens geben. In der Startrunde trifft Federer auf den Wildcard-Spieler Devin Britton, der selbst Insidern kein Begriff ist. Der 18-Jährige stammt aus Mississippi, ist gross gewachsen (1,93 m) und hat trotz seines Rankings von 1364 mit den Sieg bei den US-College-Meisterschaften einen grossen Erfolg gefeiert. Zweitrundengegner wäre wohl Simon Greul (ATP 64), ehe Lleyton Hewitt (Au/31) Federer vielleicht erstmals fordern könnte. Weitere mögliche Gegner wären James Blake (Achtelfinal), Robin Söderling oder Nikolai Dawydenko (im Viertefinal) und Novak Djokovic oder Andy Roddick (im Halbfinal).

Stanislas Wawrinka kann sich über das Startlos Nicolas Lapentti (Eku, ATP 163) nicht beklagen. Falls der Romand aber sein Vorjahres-Resultat wiederholen will, muss er in Runde 3 gegen Marin Cilic einen kleinen Coup landen, ehe es dann wohl zur Reprise mit Murray käme. Vor einem Jahr siegte der Schotte klar, unlängst fehlte in Wimbledon nur wenig und Wawrinka hätte ein Königreich in kollektive Trauer versetzt.

Klar im Schatten stehteinmal mehr das Frauenturnier. Venus und Serena sind erste Anwärterinnen auf den Endspielplatz in der unteren Hälfte, im oberen Teil streiten sich neben Jelena Jankovic (Ser/5) Dinara Safina (1), Jelena Dementjewa (4), Maria Scharapowa (29) und Swetlana Kusnezowa (6) um den Platz an der Sonne. Patty Schnyder startet gegen Lucie Safarova (WTA 47) und darf sich bei gutem Start durchaus Chancen ausrechnen, noch einmal die zweite Woche zu erreichen. Auch Timea Bacsinszky (gegen eine Qualifierin) und Stefanie Vögele (Alberta Brianti) könnten zumindest einen Starterfolg landen.