Carolin Frei

«Es ist schon hart, wieder in der kalten Schweiz zu sein. In Südafrika hatten wir 35 Grad», sagt die 36-jährige Mountainbikerin, die vor Ostern aus Kapstadt zurückkam. Aber etwas, das ihr Herz nachhaltig erwärmen dürfte, hatte sie mit im Gepäck - die Silbermedaille in der Kategorie Mixed, die sie zusammen mit Bärti Bucher holte. Und dies gelang Esther Süss, obwohl sie während zweier Renntage an einer Magenverstimmung litt. «Wir waren täglich zwischen 4 und 6 Stunden unterwegs», sagt sie. Da hätte sie schon das eine oder andere Mal gelitten, vor allem, als sie körperlich angeschlagen war.
Um ein solches Rennen überhaupt durchzustehen, sind eine gute Vorbereitung, eine ausgewogene Ernährung und endlose Trainingsstunden unabdingbare Faktoren. Und doch reizt es jährlich Tausende, sich für dieses prestigeträchtige Rennen anzumelden. «Die Start-plätze sind auf 600 Teams (1200 Teilnehmer) beschränkt. Man wird nur zugelassen, wenn man über den nötigen Leistungskatalog verfügt», betont die Küttigerin.

Dieses Leistungsprofil erarbeitet sich Esther Süss täglich. Erstaunlich, was die 36-Jährige in den letzten 7 Jahren, in denen sie Rennen fährt, alles an Medaillen geholt hat. Sie ist Schweizer Meisterin, Europa Meisterin, Vize-Weltmeisterin und bei der Wahl zum Aargauer Sportler des Jahres auf Platz 3 gelandet. «Zur Vollendung des Glücks fehlt nur der Weltmeistertitel.» Man darf gespannt sein auf den 8. August, wenn im deutschen St. Wendel diese Meisterschaften ausgetragen werden.

Das Leben von Esther Süss besteht zur Hauptsache aus Mountainbikefahren - aber nicht nur. Sie ist zudem in einem Teilzeitpensum als Lehrerin für textiles Werken und einmal pro Woche als Fitnessinstruktorin tätig. Nicht genug. Sie hat auch eine Ausbildung als Ernährungsberaterin in der Tasche.

Bleibt da noch Zeit für Freunde, Hobbys? Esther Süss: «Nun ja, da bleibt nicht viel. Aber für das, was mir wichtig ist, bleibt schon etwas Zeit: Und dies sind mein Partner Erich, mein Gotte-meitli Seline, meine Familie und die Freunde. Auf die Frage, mit wem sie gerne mal einen Kaffee trinken würde, meinte sie spontan: Lance Armstrong. An ihm bewundert sie den Durchhaltewillen und die Kraft, die er nach seiner Krankheit an den Tag legte, um es wieder zuoberst aufs Podest zu schaffen.

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