Dreispitz
Das Ende aller Stadionträume

Im Rankhof trägt der FC Concordia seinen Profibetrieb zu Grabe. Der Basler Regierungsrat habe zuwenig Unterstützung für einen Neubau geboten, wird beklagt. Der Entscheid sei unumstösslich.

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Rankhof

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Toprak Yerguz

Es sind emotionale Tage für den Basler Profifussball: Nach der verpassten Meisterschaft und dem Rausschmiss des Trainers Christian Gross beim FC Basel hat gestern der FC Concordia den Rückzug aus der Challenge League bekannt gegeben. Ein sichtlich gezeichneter Stephan Glaser, Präsident der FC Concordia Basel AG, verkündete: «Der Entscheid ist unumstösslich.»

Grund für diesen überraschenden Entscheid: Aus Sicht Glasers lässt sich der erwünschte Stadionneubau nicht mehr realisieren, und ein Verbleiben im bisherigen Stadion Rankhof sei wirtschaftlich nicht machbar. Obwohl laut Angaben Concordias für den 300 Millionen Franken teuren Neubau vollumfänglich private Investoren aufgekommen wären, habe die mangelnde Unterstützung des Basler Regierungsrats zum Scheitern der Pläne geführt.

Keine Absichtserklärung

Glaser stützte sich in seinen Aussagen auf ein Schreiben des Regierungsrats vom 5. Mai, in welchem die Rede davon sei, die Neubaupläne «in Erwägung» zu ziehen. Glaser ging jedoch von einer Absichtserklärung aus, die ihm zuvor noch signalisiert worden sei. Diese Rückstufung bedeute ein Risiko, das den Investoren nicht zugemutet werden könne: «Niemand setzt heutzutage drei Millionen Franken ein, ohne zu wissen, ob das Projekt realisiert werden kann.» Soviel Geld hätte laut Glaser für ein Vorprojekt aufgewendet werden müssen.

Seit der FC Concordia vor zwei Jahren vier Spiele im St. Jakobs-Park gespielt habe, sei dem Verein klar gewesen, dass es ohne professionellen kommerziellen Rahmen keine Zukunft gebe.
Aus dieser Erkenntnis sei die Idee des Stadionprojekts geboren, erinnerte sich Glaser. Diese Idee ist nun gestorben. Der Rückzug ist beschlossene Sache, der Entscheid wurde der Mannschaft und der Swiss Football League bereits mitgeteilt.

Schuld sei die Gesamtregierung

Die Schuld für das Scheitern mochte Glaser nicht an einem der Regierungsräte festmachen: «Ich bin nicht von einzelnen Personen enttäuscht, sondern von der Gesamtregierung.» Dass der Regierungsrat ein privat finanziertes Grossprojekt einfach ablehne, «braucht schon Mut», fand er. «Basel hat eine grosse Chance verpasst.»

Concordia hatte sich für einen 300 Millionen Franken teuren Neubau mit Mantelnutzung stark gemacht, die Regierung hingegen bevorzugte eine Sanierung des Rankhofs für 8 Millionen Franken. Concordia hat sich auch in Arlesheim um einen Standort für einen Neubau beworben, vom Kanton Baselland jedoch eine Abfuhr erteilt bekommen.

Kein Überleben in Basel

Mit dem Schreiben vom 5. Mai sei ihm klar geworden, dass auf absehbare Zeit in Basel kein wirtschaftliches Überleben gesichert werden könne, sagte Glaser. Concordia könne nicht auf Dauer in einem restaurierten Rankhof spielen: «Es geht, wenn Sie jemanden finden, der 1,5 Millionen Franken Defizit jährlich bezahlt.»

Fünf Jahre lang habe er für eine zukunftsträchtige Lösung beim FC Concordia gekämpft und selbst Geld eingeschossen, resümierte Glaser. Mit dem gestrigen Tag gehe für ihn das Kapitel «Vorwärtsgang bei Congeli zu Ende. Der Rücktritt als Präsident der FC Concordia Basel AG sei mit dem gestrigen Tag Realität, zumal es für eine Zukunft in der 1. Liga die Aktiengesellschaft nicht mehr brauche.