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Contador oder Schleck? Der Showdown um den Sieg

Alberto Contador oder Andy Schleck – heute geht es an der Tour de France am Berg Col du Tourmalet um alles. Der zweitplatzierte Schleck verspricht den totalen Angriff.

Stefan Tabeling

Der Zufall wollte es so, dass sich die beiden Favoriten der 97. Tour de France vor dem heutigen Showdown am Tourmalet ganz nah waren. Sowohl Vorjahressieger Alberto Contador als auch Herausforderer Andy Schleck verbrachten die Nacht vor der Königsetappe im «Novotel» in Pau. Konfliktpotenzial brachte die gleiche Hotelwahl freilich nicht.

Harmonisch ging es zu zwischen den beiden Kletterstars, vergeben und vergessen sind die grossen Streitereien nach der «unfairen» Machtübernahme Contadors in Bagnères-de-Luchon.

«Die Sache ist beendet. Er hat sich entschuldigt, ich bin nicht mehr wütend. Die Zuschauer sollten endlich aufhören, ihn auszupfeifen. Die Tour wird nicht durch eine abspringende Kette entschieden», sagte Schleck, nachdem er den Spanier noch am Montag Unsportlichkeit vorgeworfen hatte, als dieser bei einer technischen Panne attackiert und ihm das Gelbe Trikot abgenommen hatte.

«Das Highlight der Tour»

Nach der Aussöhnung mit Contador blickte Schleck ganz auf die Königsetappe: «Das ist das Highlight der Tour. Wer auf dem Tourmalet das Gelbe Trikot trägt, wird es auch in Paris tragen.» Auf dem 2115 Meter hohen Pyrenäen-Gipfel soll es zum grossen Schlagabtausch der Tour kommen, der 18,6 km lange Anstieg mit durchschnittlich 7,5 Prozent Steigung die Entscheidung über den Toursieg bringen.

Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Pyrenäen im Tour-Programm findet erst zum zweiten Mal eine Bergankunft auf dem berüchtigten Tourmalet statt. «Dort wird es grössere Zeitabstände geben als beim Zeitfahren am Samstag», erklärte auch Contador, der eigentlich nur das Hinterrad des Luxemburgers halten muss. Denn im Zeitfahren am Samstag dürfte er deutlich vor Schleck liegen.

«Schleck will angreifen»

Doch das Polster von nur 8 Sekunden ist nicht gross. So ist die Marschroute von Schleck klar. «Ich muss etwas riskieren. Ich will die Tour gewinnen und nicht Zweiter werden, auch auf die Gefahr hin, dass ich verliere. Aber daran denke ich nicht. Ich bin der Form meines Lebens», sagt Schleck.

Bis zum Anstieg des Tourmalet - vorher geht es noch über den Col de Marie-Blanque und den Col du Soulor (jeweils erste Kategorie) - werde nicht viel passieren, so der 25-Jährige. «Alles spielt sich am letzten Anstieg ab.» Auch Teamchef Bjarne Riis ist gespannt: «Es ist einfach, einen Plan aufzustellen, aber die Umsetzung. . .»

Riis und Contador: das neue Traumduo?

Möglicherweise wird Riis aber bald Pläne mit Contador schmieden. Angesichts des bevorstehenden Abgangs der Schleck-Brüder Andy und Frank zum neuen Team aus Luxemburg wird Contador beim Radrennstall von Riis heiss gehandelt. Der Vertrag des 27-Jährigen läuft bei Astana aus, erste Verhandlungen mit den Geldgebern aus Kasachstan hatten noch zu keiner Einigung geführt.

Die Vergangenheit zeigte, dass häufig am zweiten Ruhetag der Tour die Verträge für das kommende Jahr gemacht werden. Da traf es sich vielleicht gut, dass Riis und Contador unter einem Dach einquartiert waren.

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