Constantin

«Constantin ist ein Typ wie Berlusconi»

Wer ist dieser Christian Constatin, Sion-Präsident, der wie kein anderer polemisiert, provoziert und brüskiert und jedes Jahr den neusten Ferrari vor die Haustüre geliefert bekommt? Georges Bregy, Ex-Nationalspieler, und Oskar Freysinger, Walliser SVP-Nationalrat, suchen nach Antworten.

François Schmid-Bechtel

Der FC Sion ist eine Monarchie. Auf dem Thron sitzt der allmächtige Christian Constantin. Als Untergebene duldet er nur demütige Befehlsempfänger. Denn in seinem Reich will er tun und lassen können, wie es ihm beliebt. Als Gegenleistung bietet er seinem Volk Brot und Spiele. Doch wehe, einer erzürnt den Patriarchen. Dann spürt er den heiligen Zorn des Architekten aus Martigny. Erst kürzlich hat er Mittelfeldspieler Serey Die diffamiert, als er ihn als Betrüger und Handlanger der Wettmafia der Öffentlichkeit zum Frass vorwarf. Unterdessen aber hat die Bundesanwaltschaft das Begehren von CC nach einem Verfahren ad acta gelegt.

Nach dem Fall Serey Die inszenierte Constantin die Schmierenkomödie «Casino». Erneut, ohne Beweise vorzulegen, beschuldigte er drei Spieler, zur Unzeit das Spielkasino in Montreux besucht zu haben. Für Antonio Dos Santos und Aleksandar Mitreski hatte diese Episode die Kündigung zur Folge.

Es ist auch schon vorgekommen, dass der Exzentriker Constantin einen Trainer an den Pranger stellte. Uli Stielike warf er einst vor, stark nach Alkohol gerochen zu haben. Über Gilbert Gress sagte er, dass dieser mehr Zeit für die Pflege seines Autos als für die Arbeit mit den Spielern aufwende.

Wer ist dieser Mann, der wie kein anderer polemisiert, provoziert und brüskiert; der in zwölf Jahren seiner zwei Amtszeiten 30 Trainer verbraucht; der jeden duzt; der jedes Jahr den neusten Ferrari vor die Haustür geliefert bekommt; der sich selbst für den grössten Fan des FC Sion hält und der ein international erfolgreiches Architekturbüro führt?

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