Janka

Carlo Janka schreibt Geschichte

Carlo Janka

Carlo Janka

Carlo Janka ist der König von Beaver Creek. Der Bündner gewann nach der Super-Kombination und der Abfahrt auch den Riesenslalom – und wandelt damit bereits auf den Spuren von Jean-Claude Killy.

David Bernold, Beaver Creek

Im abschliessenden Riesenslalom nahm Janka das Zepter von allem Anfang in die Hand. Mit seiner Bestzeit im ersten Durchgang distanzierte er mit Ausnahme von Benjamin Raich, der eine Viertelsekunde zurücklag, die Gegnerschaft um mindestens 77 Hundertstel. Die komfortable Vorgabe nutzte der Bündner souverän und feierte seinen fünften Weltcup-Sieg, den zweiten in einem Riesenslalom. Janka bleibt auch in den Momenten des Triumphs sich selbst.

Ein Rezept für seine gegenwärtige Hausse kennt er nicht - oder gibt es zumindest nicht preis. «Fahren und nicht viel studieren. Mehr gibts dazu eigentlich nicht zu sagen.» Janka braucht nach wie vor keine grossen Worte, er lässt Taten sprechen - und wird so für die Konkurrenz immer «unheimlicher». Die Leistungen des Riesenslalom- Weltmeisters erstaunen zusätzlich beim Gedanken an die mysteriöse Viruserkrankung, die ihn von Mai bis August an der optimalen Saisonvorbereitung gehindert hatte.

Die Folgen davon spürt der Obersaxer noch immer. «Es fehlen nach wie vor einige Prozent. Ich merke, dass die Batterien früher leer sind als zuvor. Doch zum Siegen reichts offenbar doch.» Dass er mit 105 Punkten Vorsprung (vor Cuche) die Heimreise aus den USA angetreten hat und er so als ganz heisser Kandidat auf den Gewinn der grossen Kristallkugel gehandelt wird, lässt ihn kalt. «Es bringt nichts, jetzt schon an den Gesamtsieg zu denken. Die Saison ist noch lang.» Jankas «Triple» ist ein Triumph für die Geschichte.

Der Bündner hievte sich damit auf die gleiche Stufe mit dem grossen Jean-Claude Killy. Der Franzose war bis gestern der einzige Fahrer im Weltcup gewesen, der an drei aufeinanderfolgenden Tagen drei Rennen zu gewinnen vermochte. Killy siegte 1967, im Premierenwinter des Weltcups, in Franconia im US-Bundesstaat New Hampshire in Abfahrt, Riesenslalom und Slalom. Drei Siege am selben Ort innert wenigen Tagen mit «Unterbruch » schafften drei weitere Fahrer.

Aksel Lund Svindal dominierte im März 2007 beim Saisonfinale in Lenzerheide Abfahrt, Super-G und Riesenslalom. Hermann Maier gelang das Gleiche im November 1999 ebenfalls in Beaver Creek. Marc Giardelli schliesslich entschied im Januar 1989 in Wengen neben zwei Abfahrten auch die Kombination für sich. Didier Cuche (7.) hatte sich schon im ersten Lauf mit gut 1,3 Sekunden Rückstand eine zu grosse Hypothek eingehandelt.

«Ich verstehe es nicht ganz. Ich bin mir keiner Fehler bewusst und hatte ein gutes Gefühl. Vermutlich bin ich etwas zu wenig frech gefahren», sagte der Gewinner des Gletscher-Prologs in Sölden. Im Finale steigerte sich Cuche immerhin noch um vier Positionen. Der zweite Romand, Didier Défago (8.) sagte, er habe sich ein gutes Ergebnis zugetraut.

«Ich rechnete mir sogar die Chance aus, mein Bestresultat im ‹Riesen› zu erreichen.» Nach Platz 3 im ersten Lauf war der Walliser im Fahrplan, rutschte aber im zweiten Lauf noch um fünf Ränge ab, womit der vor drei Jahren in Alta Badia erreichte 3. Platz unerreicht blieb.

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