Der Italiener beteuert seine Unschuld und bekommt sogar Unterstützung von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone - zumindest was die Härte der Strafe betrifft. "Es war zu viel, definitiv zu viel. Im Nachhinein glaube ich nicht, dass das nötig war", sagte Ecclestone, der am Montag in Paris allerdings selbst als eines der 26 Mitglieder des Weltrats des Automobil-Weltverbandes FIA an der Strafe gegen Briatore beteiligt war.

Nach Meinung des Briten habe sein Freund Briatore allerdings durch sein Verhalten in der Affäre selbst zu diesem harten Strafmass beigetragen. "Er hat die ganze Angelegenheit sehr schlecht gehandhabt", meinte Ecclestone: "Wenn er sich komplett anders verhalten hätte, dann hätte man ihm gesagt: 'Du bist ein böser Junge.' Und damit wäre die Sache beendet gewesen."

Doch Briatore verfolgt weiterhin eine andere Linie und will seine Unschuld beweisen: "Am Ende werde ich siegen, danach eine wunderschöne Party organisieren. Ich werde nur im richtigen Moment sprechen, vorausgesetzt, dass man mir noch die Möglichkeit dazu gibt."

Briatores früherer Arbeitgeber Renault blieb dagegen nach einer der grössten Manipulationen der Formel-1-Geschichte, die Ex-Fahrer Nelson Piquet junior und ein mysteriöser anonymer Zeuge aus dem eigenen Team ans Licht brachten, nur durch die Gnade der FIA in der Königsklasse. Der Weltverband fürchtete im Falle einer hohen Busse den Formel-1-Ausstieg von Renault.

"Das konnte man nicht ausschliessen. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat Renault ein paar Milliarden Euro von der Regierung erhalten, also Steuergelder. Es wäre für sie sehr schwierig geworden, wenn wir einen Teil davon genommen hätten", sagte der im kommenden Monat scheidende FIA-Präsident Max Mosley in einem Interview. Die FIA hatte auf eine Geldstrafe verzichtet und Renault lediglich für zwei Jahre auf Bewährung gesperrt.