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Bob-Knatsch mit Beat Hefti in der Hauptrolle

Beat Hefti blickt in eine ungewisse Zukunft

Beat Hefti blickt in eine ungewisse Zukunft

Bob-Steuermann Beat Hefti wollte eigentlich in dieser Woche seine ersten Wettkämpfe in der neuen Saison bestreiten.

In Igls (Ö) wird am Mittwoch der Europacup lanciert. Doch sein Verband hat gegen einen Start das Veto eingelegt.

Der SBSV kommt nicht zur Ruhe. Diskussionen um Team-Besetzungen, dann das Olympia-Debakel, die verzweifelte Suche nach Geldgebern, Rücktritte auf allen Ebenen - und jetzt ein Knatsch mit dem derzeit prominentesten Athleten. Der für die Schweizer Bobfahrer zuständige Verband weigert sich, Beat Hefti die Lizenz auszuhändigen. Dem 32-jährigen Appenzeller wird vorgeworfen, dass er in der Saisonvorbereitung seinen Pflichten nicht nachgekommen sei.

Laut SBSV-Geschäftsführer Jean-Claude Ray hätte Hefti bis spätestens am letzten Mittwoch einen Vertrag unterzeichnen und einsenden müssen, welcher als Richtlinie für die Zusammenarbeit zwischen Pilot und Verband gilt. Zudem habe er andere Pendenzen nicht im Rahmen der Fristen erledigt, wie beispielsweise die Bezahlung der Lizenz-Gebühr. Weil Hefti die Deadline verstreichen liess, wurde ihm und seinen Sponsoren am vergangenen Freitag mitgeteilt, dass er erst dann für die Schweiz an Wettkämpfen teilnehmen dürfe, wenn er die Auflagen des Verbands vollumfänglich erfüllt habe.

Hefti hat die sogenannte Athleten-Vereinbarung mit zwei Tagen Verspätung eingeschickt und auf den Blättern vermerkt, dass er mit einigen Punkten nicht einverstanden sei. Am Montag ist das Schreiben zwar beim SBSV eingetroffen, doch gemäss Geschäftsführer Ray wird der Vertrag nicht als rechtsgültig anerkannt, weil Hefti den Inhalt verändert habe. Die ersten Trainings in Igls hat der Angehörige des Bobclubs Zentralschweiz bereits verpasst. Wenn Hefti am Dienstag auf der Bahn oberhalb von Innsbruck nicht zwei sturzfreie Test-Durchgänge absolvieren kann, bleibt ihm aufgrund der internationalen Regeln die Teilnahme an den beiden Zweier-Rennen vom Mittwoch und Donnerstag versagt.

Dass zwischen dem Verband und dem Piloten rechtzeitig eine Lösung gefunden wird, ist unrealistisch. Hefti stellt klar: "Ich kann nicht alle Vertrags-Bedingungen akzeptieren. Wenn ich unterschreibe, liefere ich mich aus. Was der Verband mit mir macht, ist Erpressung. Vielleicht kann ich in dieser Sache mit einem Rechtsanwalt noch etwas erreichen." Er vermutet auch, dass jenes Geld, das er in aufwändiger Eigenregie über Privatsponsoren akquiriert hat, innerhalb der klammen Schweizer Equipe umverteilt werden soll.

Am Plausibelsten ist, dass Hefti unverrichteter Dinge aus Igls abreist. Seinem Haupt-Anschieber Thomas Lamparter blüht das gleiche Schicksal. Weiter gehören Manuel Lüthi, Michael Burkart und Clemens Bracher zur Equipe.

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