Christoph Bieri

Bieri: «Ich brauchte eine Anlaufzeit»

Der Untersiggenthaler Christoph Bieri feiert Weissenstein-Schwinget seinen ersten Triumph an einem Bergfest. Nur Spitzenschwinger gewinnen Bergkranzfeste. Trotzdem will Bieri nichts wissen von Königsambitionen am Eidgenössischen in Frauenfeld.

Haben Sie Ihren ersten Tagessieg an einem Bergkranzfest gross gefeiert?
Christoph Bieri:
Nein, ich habe den Abend im Kreise meiner Schwingerkollegen verbracht. Ein grosses Fest liegt nicht drin. In einer Woche folgt schon der nächste Wettkampf.

Sie haben auf dem Weissenstein Ihren 46. Kranz gewonnen, aber erst den 7. Bergkranz Ihrer Karriere. Lagen Ihnen bisher Bergfeste weniger?
Bieri:
Das kann man nicht so sagen. Bergfeste sind besonders gut besetzt, da brauchte ich eine Anlaufzeit. Aber ich steigerte mich in den letzten Jahren.

Sie sind in dieser Saison konstanter geworden. Was haben Sie unternommen?
Bieri:
Ich war schon in den letzten Jahren konstant und habe selten einen Kranzgewinn verfehlt. Aber jetzt stabilisierte ich mich auf hohem Niveau.

Haben Sie im letzten Winter noch mehr trainiert?
Bieri:
Nein, zusammen mit meinem Luzerner Trainingspartner Alain Müller habe ich nur leichte Korrekturen vorgenommen. Aber mein Leistungsniveau ist seit dem eidgenössischen Kranzgewinn 2007 in Aarau konstant gestiegen. Ich konnte von Saison zu Saison zulegen.

Welche Wettkämpfe bestreiten Sie noch vor dem Eidgenössischen in Frauenfeld?
Bieri:
Nur noch den Brünig-Schwinget am nächsten Sonntag. In den letzten vier Wochen vor dem Saisonhöhepunkt bestreite ich voraussichtlich keine Wettkämpfe mehr.

Erwarten Sie nach dem Weissenstein-Schwinget nun Christian Stucki als ersten Gegner auf dem Brünig?
Bieri:
Ich könnte mir vorstellen, dass ich gegen den Berner Kantonalfestsieger Matthias Sempach antreten darf.

Absolvieren Sie ein Trainingslager wie andere Nordwestschweizer Spitzenschwinger?
Bieri:
Nein, ein volles Trainingslager ist nicht vorgesehen. Aber nächste Woche werde ich wohl zwei Tage mit den Solothurnern trainieren, die in Morschach weilen. Ansonsten trainiere ich mit meinem Stammklub Baden-Brugg und mit den Wiggertalern.

Andere Spitzenschwinger reduzieren Ihr Arbeitspensum. Und Sie?
Bieri:
Ich werde in den nächsten Wochen zu 100 Prozent arbeiten. Weil ich als Produktmanager arbeite, ist dies aus körperlicher Sicht kein Problem.

Andere Spitzenschwinger haben einen Privattrainer. Wie siehts bei Ihnen aus?
Bieri:
Ich habe kompetente Leute im Hintergrund, die mir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Aber keine dieser Personen ist derart stark für mich engagiert, dass man dies als Privattrainer bezeichnen kann. Seit dem Kilchberger 2008 bilde ich mit dem Innerschweizer Alain Müller ein Trainingsduo. Zuvor hatte ich mit Guido und Mario Thürig zusammengearbeitet.

Nach vier Kranzfestsiegen in dieser Saison haben Sie in Frauenfeld sicher hohe Ambitionen?
Bieri:
Nach meiner tollen Saison werde ich total entspannt in Frauenfeld antreten können. Wenn ich bis dahin gesund bleibe, hoffe ich auf einen schönen Erfolg. Egal welcher Rang, ich kann Ende August nur gewinnen, denn Eidgenosse bin ich ja bereits.

Aber den zweiten eidgenössischen Kranz werden Sie doch wohl anstreben?
Bieri:
Sicher ist dies ein Ziel. Aber der zweite Kranz ist schwieriger als der Erste. Wenns mir in Frauenfeld von Beginn weg gut läuft, werde ich sicher höhere Ziele anvisieren.

Welche schwingerischen Ziele streben Sie nach Frauenfeld an?
Bieri:
Die fünf Teilverbandskränze habe ich bereits erreicht. Aber mir fehlen die Bergkränze vom Brünig, Stoos und Schwarzsee noch. Ausserdem will ich einmal das Nordwestschweizerische gewinnen. (Interview: Wolfgang Rytz)

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